Die gute Nachricht:
Wir haben ab September/Oktober einen Kindergartenplatz. Einen städtischen. Einen von denen, den sowohl wir als auch die entsprechenden Kindergärten als unwahrscheinlich bis unmöglich bezeichneten, weil wir doch so undringend sind. Kleiner Lottogewinn. Wunder. Ich bin recht grinsend vom Briefkasten zurück getanzt.
Aber: es bleibt ein komisches Gefühl. Die Sache war nämlich, dass in genau diesem städtischen Kindergarten (einer von vielen, bei denen wir angemeldet waren) speziell nach Freunden gefragt wurde, die eventuell den gleichen Kindergarten bevorzugen würden. Offiziell spielt das alles natürlich keine Rolle für die Vergabe, unter der Hand wird da wohl ein wenig gemauschelt.
Entgegen aller mahnenden Stimmen wächst der Knirps auch ohne Betreuung bisher nicht isoliert auf, sondern hat einige kleine Spielplatz- und Nachbarschaftsfreunde. Einer davon musste – beschissene Welt, anders lässt sich das nicht sagen – vor kurzem sein kleines Geschwisterchen zu Grabe tragen. Dieses Kind hat nun in diesem Kindergarten einen Platz mit gewissem Sonderstatus, soweit wir wissen. Ich werde den Gedanken nicht los, dass wir den Platz nun nur aufgrund unserer Bekanntschaften haben. Vor allem, weil wir eben wirklich keinen Betreuungsbedarf in diesem Sinne haben, während andere Familien im Umfeld, wo eigentlich beide wieder arbeiten müssen, munter Absagen für ihre Vierjährigen kassieren.
Dazu passt, dass wir nun seltsamerweise einen Ganztagsplatz bekommen haben, den wir eigentlich gar nicht wollten. Solange einer von uns immer mit dem Zwuckelchen zuhause ist, sehe ich keinen Grund, den Knirps bis kurz vor Abendessen auswärts zu betreuuen lassen; wir hätten nichts gegen freie Nachmittage mit den Kindern und wollten entweder die Vormittags- oder die Über-Mittag-Gruppe bis etwa 14 Uhr. Die Freunde allerdings sind eben in der Ganztagsgruppe.
Gut. Wir warten erst mal ab, denn der Traum wäre immer noch ein Platz in der Wunsch-Elterninitiative. Weil deren Konzept und der Umgang mit den Kindern uns näher ist. Weil wir uns dort unheimlich wohlgefühlt haben. Weil da auf etwa gleicher Haus- und Gartenfläche 16 Kinder von 3 Erwachsenen betreut werden und im städtischen Kindergarten 75 Kinder von 6 Erwachsenen. Weil wir keinen Ganztagsplatz wollten. Weil uns die Idee mit der Elterninitiative, Aufwand hin oder her, immer besser gefällt. Da müssen wir uns aber noch einige Wochen gedulden, denn die Entscheidung wurde wegen des großen Andrangs verschoben.
Aber ich will nicht undankbar sein. Es ist eine riesige Erleichterung, dass der Knirps auf jeden Fall einen Kindergartenplatz hat und auf keinen Fall zuhause bleiben muss, bis er fast fünf wäre. Und der Kindergarten ist ganz bestimmt nicht die schlechteste Wahl; unter den städtischen war das unser Favorit. Liegt mehr oder weniger hinterm Haus, hat wirklich schöne Räume, und die Leiterin war uns auf Anhieb recht sympathisch. Und so teuer die Krippenplätze und die privaten Einrichtungen auch sind – durch unsere Teilzeitstellen mit reduziertem Einkommen wäre dieser Platz sogar richtig billig.
Nein, das wäre alles absolut kein Weltuntergang, und da sind schon einige Steine von meinem Herzen gepurzelt heute vormittag. Damit hatte ja keiner gerechnet. Die Daumen für den Wunschplatz dürft ihr trotzdem noch ein bisschen gedrückt halten. Für den ganz großen Lottogewinn.