Der Knirps ist 9 Monate und 27 Tage alt.
In drei Tagen beginnt die Elternzeit des Allerbesten. Von da an wird er jeden Tag bei uns zuhause sein und sich um den Knirps kümmern.
Ach, wie schön das klingt. Kein Wecker mehr am Morgen. Dreimal täglich gemeinsame Mahlzeiten zu dritt. Wir könnten in Ruhe zum Weihnachtsshopping aufbrechen und gemeinsam kistenweise Plätzchen backen. Eine kleine schneelose Winterwanderung im Alpenvorland, vielleicht. Oder sämtliche Weihnachtsmärkte der Stadt nacheinander ansehen. Wir könnten sogar nach Salzburg oder Nürnberg zu den berühmteren Weihnachtsmärkten fahren und es uns ein paar Tage gut gehen lassen. Besuche bei der Freundin mit ihrem Neugeborenen wären jeden Tag möglich. Die Restaurants haben an Werktagen hervorragende günstige Mittagsangebote, die wir gemeinsam nutzen könnten. Es fehlen immer noch Möbel, Vorhänge, Dekorationen. Vielleicht könnten wir sogar die Küche streichen.
—- Soweit die Träume. Jetzt die Realität. —-
Die lautet nämlich, dass ich ab 1. Januar wieder arbeite. Das stand zwar in letzter Zeit vorübergehend auf der Kippe, was mir als Hauptverdienerin unserer kleinen Familie viele schlaflose Nächte und Herzflattern verursachte. Aber es klappt nun doch, nicht im gewünschten Umfang, sondern mit ein paar Stunden weniger. Das bedeutet also, dass ich in drei Wochen wieder drei Tage pro Woche arbeiten werde. So war das ja auch gedacht mit der geteilten Elternzeit.
Die Realität ist außerdem, dass ich in weniger als drei Monaten über einer Prüfung schwitzen werde, für die ich vor etwa zwei Monaten allerspätestens zu lernen beginnen wollte. Und für die ich noch keine zwei Seiten gelernt habe. Um überhaupt noch eine realistische Chance zu haben, werde ich also im Dezember über Büchern und Dokumenten statt alkoholfreiem Weihnachtspunsch und Lebkuchen brüten. Und im Januar werde ich auch an den verbleibenden zwei Arbeitstagen pro Woche wenigstens größtenteils lernen müssen.
Das ganze bedeutet außerdem, dass wir den Dezember brauchen (und eingeplant haben), um dem Knirps einen sanften Übergang zu ermöglichen. Natürlich kennt und liebt er seinen Papa. Die beiden spielen miteinander, der Knirps begrüßt ihn freudewedelnd an der Tür und wird von ihm wie auch von mir gewickelt, gebadet, getragen, getröstet. Trotzdem ist es sicherlich ein gewaltiger Unterschied, ob er mal eben für zwei Stunden auf einem Papaspaziergang ist oder ob ich, seine unstreitige primäre Bezugsperson und immer noch Muttermilchquelle, fünf Tage die Woche tagsüber nicht mehr verfügbar bin. Wir erwarten, dass das ganze einfacher wird als die Eingewöhnung in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter, wo er die Betreuungspersonen gar nicht kennt und womöglich in fremder Umgebung ist. Wir erwarten allerdings auch, dass ihn das ganze erst mal ziemlich durcheinander werfen wird. Deshalb also dieser Monat, um ihn ganz sanft an die neue Betreuungsituation gewöhnen zu können. Und auch für uns, um zu sehen, wie wir damit zurecht kommen.
Ein Überschneidungsmonat heißt nebenbei, dass diesen Monat nur einer von uns Elterngeld erhält. Und der andere überhaupt nichts. Da wir davon nicht einmal unsere Miete bezahlen können, leben wir nun also vom Sparkonto. Auch das war selbstverständlich eingeplant, nimmt aber nicht das komische Gefühl dabei, weniger Geld zu bekommen als auszugeben.
Es wird also ein Monat, der nicht ganz so traumhaftes Familienglück bereithält, wie es im ersten Moment den Anschein hatte. Einer mit jeder Menge neuer Herausforderungen. Aber so ein kleines bisschen werden wir sie trotzdem nutzen, die erkaufte Zeit zu dritt. Ein wenig Spass muss schon drin sein – eben doch mal auf einen weniger überfüllten Weihnachtsmarkt an Wochentagen gehen und zu dritt backen. Ich kann ja dann dafür am Sonntag wieder lernen.
(Der Knirps schläft übrigens gerade selig beim Papa in der Manduca, nachdem die beiden ein wenig gespielt haben. Und ich sitze seit fast zwei Stunden hinter verschlossener Kinderzimmertür und versuche zu arbeiten. Ich muss wohl angesichts dieses Beitrags nicht erwähnen, dass das mit der Motivation noch nicht so richtig funktioniert…)
Der Knirps ist 9 Monate und 25 Tage alt.
Der Knirps ist eines von den Kindern, die verhältnismäßig früh die ersten Zähne zeigen. Mit viereinhalb Monaten war es soweit und der erste untere Schneidezahn wurde sichtbar. Ganz problemlos übrigens, wir haben die dünne Kante eher zufällig entdeckt. Bald darauf kam der zweite, und inzwischen hat er sechs kleine Zähnchen. Anfangs waren sie eher unpraktisch, weil er beim selber essen ständig viel zu große Bissen abgebissen hat und mit denen dann nichts anfangen konnte. Inzwischen sind sie recht nützlich und lassen ihn beispielsweise Äpfel ganz und am Stück knabbern. (Das sieht übrigens sehr hinreißend aus, wie er da seine winzigen Mäusebißchen in den Apfel knabbert.)
Frühe Zähne bringen aber auch das frühe Zähneputzen mit sich. Und hier beginnt das Problem. Anfangs war es eigentlich überhaupt keines. Wir kauften ein Zahnputzset für die Allerkleinsten von dm und eine Kinderzahncreme, wie vom Zahnarzt empfohlen. Nach wenigen Tagen, in denen wir uns zum Affen machten immer wieder überdeutlich den Mund aufrissen und uns dann vor seinen Augen selbst die Zähne putzten, machte auch er brav den Mund auf und ließ uns kurz die vorhandenen Beißerchen schrubben. Anfangs mit Gummiborsten und ohne Zahnpasta, dann später mit der kleinen richtigen Zahnbürste und einem Hauch Zahncreme. Über drei Monate lang war also alles ganz einfach.
Irgendwann, vor etwa zwei Monaten (da war er 8 Monate alt), wurde es schwieriger. Plötzlich wollte er nicht mehr so lange den Mund auf machen oder verweigerte gelegentlich ganz. Aber noch klappte es in den meisten Fällen. Dann war gleichzeitig der Zeitpunkt für den ersten Bürstenwechsel gekommen. Praktischerweise wurde uns kurz vorher eine Bürste von elmex als Werbegeschenk zugesandt. Doch nach wenigen Tagen ließ er sich die Zähne überhaupt nicht mehr putzen. Er drehte sich weg, presste die Lippen fest aufeinander und jammerte. Wenn wir zu penetrant wurden, begann er, nach der Zahnbürste zu schlagen. Er wollte uns auf gar keinen Fall putzen lassen.
Wir tippten auf die Zahnbürste, deren Kopf minimal größer war als der alte und außerdem mit längeren Borsten versehen war. Zurück zu Bewährtem, dachten wir uns also und kauften wieder das gewohnte teure Zahnbürstenset, auch wenn wir mit den erneut enthaltenen Gummizahnbürsten eigentlich gar nichts anfangen können. Das ging auch tatsächlich ein oder zwei Tage gut, dann trat er wieder in den Zahnputzstreik. Als nächstes versuchten wir einen Wechsel der Zahncreme – vorher Elmex-Kinderzahnpasta (weil uns eine Zahncreme ohne Fruchtgeschmack empfohlen wurde, von wegen absichtlichem Verschlucken und so), kauften wir nun die nenedent von dm, nach Empfehlung durch Mama Miez. Zwar mit Erdbeergeschmack, aber wir dachten uns, lieber überhaupt geputzte Zähne.
Einen Abend ging es wieder gut, und dann war alles beim Alten. Ohne Zahncreme übrigens dasselbe. Wir stehen also mittlerweile vor einem echten Problem: da sind sechs Zähne, ein Kind, das richtig am Tisch mit isst, und wir kriegen die Dinger nicht vernünftig geputzt. An guten Tagen schaffen wir es mit allerlei Tricks, kurz von allen Seiten darüber zu schrubben, an schlechten geben wir irgendwann auf. Am Vorbild sollte es nicht mangeln, schließlich hängt er ja ständig an meinem Hosenbein und ist damit täglich mehrmals dabei, wenn ich mir die Zähne putze. Er macht zwar sonst vom Telefonieren bis zum Tastaturtippen alles nach, was wir tun – das aber nicht. Und wir versuchen alles, was uns bisher eingefallen ist: wir lenken ab, wir überraschen ihn, wir reden mit ihm, wir putzen parallel selbst die Zähne, wir lassen ihn selbst mit der Bürste spielen, wir versuchen es mal mehrfach täglich (zur Gewöhnung), mal nur am Abend (damit er nicht verschreckt wird) – alles nutzlos.
Als nächstes werden wir noch diese Noppen-Fingerlinge ausprobieren, die ich neulich irgendwo gesehen habe, aber ich male mir keine großen Chancen aus – er lässt sich weder Dinge noch Finger gerne von uns in den Mund stecken (was ich ja verstehen kann). Oder ich versuche es im Schlaf, wie ich schon einmal von jemandem gelesen habe, auch wenn mich das eher befürchten lässt, dass er dann wieder wach, aber todmüde ist. Falls es also die Lösung für das Zahnputzdilemma gibt, nur her damit. Ich befürchte aber, das ist eine von diesen Phasen, durch die wir einfach durch müssen. Hoffentlich mit gesunden Zähnen.
Der Knirps ist 9 Monate und 23 Tage alt.
Vor einiger Zeit hat der Knirps damit begonnen, wild zu plappern. Den ganzen Tag geht es hier seither „mamamamama“ und „bababababa “ und was ihm eben noch so einfällt.
Zwischen undefinierbarem Geplapper gibt es aber auch etwas, was wir inzwischen schon unter „erste Worte“ einsortieren würden. Am häufigsten eingesetzt wird „Mama„, also wirklich gezielt. Meist dann, wenn der Knirps an meinem Bein steht und mit jämmerlichem Blick eine Hand nach oben streckt. Oder wenn er beim Papa ist, aber zu mir will. Oder wenn er irgendwas will, etwas zu essen, stillen, schlafen… „Mama“ hilft immer. Er sagt das übrigens mit kurzem, betontem a und langem m in der Mitte, also eher „Mam-ma „. Klingt irgendwie italienisch.
„Papa“ geht noch nicht ganz so gut. Meistens ist mindestens eine Silbe zu viel da, er sagt normalerweise „bapapababababa„. Und zwar besonders dann, wenn der Papa nach Hause kommt oder von mir angekündigt wird – dann krabbelt er aufgeregt in den Flur hinaus, setzt sich hin und ruft „Bapapa!“ in Richtung Tür. In einem anderen Zusammenhang, wenn auch noch seltener, benutzt er es auch: wenn ich telefoniere oder er mal wieder sehnsüchtig vor dem Telefon steht, dann ruft er manchmal „heybapapa!“. Nicht weiter verwunderlich, wo doch die Mittagsanrufe (mit Lautsprechfunktion) beim Papa in der Arbeit zu seinen Höhepunkten des Tages zählen. „Hey“ zur freudigen Begrüßung sagt er ja sowieso schon eine ganze Weile.
Dann gibt es da noch den „ba„. Mit kurzem a. Wir hielten das lange für zielloses Silbenprobieren, bis uns auffiel, dass er immer „ba!“ ruft, wenn er einen Ball sieht. Und wenn er zur Apfelkiste krabbelt. Und wenn er sich am Gemüsewägelchen hochzieht und die Orangen entdeckt. Alles ist „ba!“. Ich habe das nun mit naturwissenschaftlicher Neugier lange überprüft, habe ihm runde und nichtrunde Dinge gezeigt, habe anderes vorgeplappert und ihn beobachtet – und ich wage zu behaupten, dass „ba“ tatsächlich das erste ist, was in Richtung eines gezielt ausgesprochenen Worts geht. Von seiner Mamma mal abgesehen, natürlich.
Daneben kann er immer mehr nachplappern, benutzt es aber ansonsten nicht. Wenn ich ihm sage, dass der Topf sehr heiß ist, dann wiederholt er ernst: „hei„. Und wenn ich ihm das Licht zeige, dann sagt er gelegentlich „i“ (und macht das Babyzeichen für Licht, aber das ist eine andere Geschichte). Ach, und er kann „Eiii“ machen. Da streichelt oder kratzt er uns über den Bauch, immer wieder, und sagt dazu „Eeeee-iiii„. „ei“ spricht er dabei übrigens seltsamerweise nicht wie „ai“ aus, sondern mit getrennten Vokalen, also „e-i“ (ich bin nicht so gut in Lautschrift, aber ich hoffe, das ist auch so verständlich).
Natürlich versteht er aber sehr viel mehr, als er selbst ausdrücken kann. Man kann ihn fragen, ob er essen will, ob er ins Bett möchte oder mit dem Essen fertig ist, ob er in die Trage will – keine Reaktion oder ein weggedrehter Kopf bedeuten normalerweise nein, und für ein „ja“ wedelt er aufgeregt mit beiden Armen. Genauso versteht er auch, wenn man ihn nach Dingen wie Licht, Ball, Wasser, Buch fragt und krabbelt zur entsprechenden Sache oder zeigt darauf (wenn er gerade Lust dazu hat). Er freut sich, wenn ich ihm sage, dass wir jetzt den Papa anrufen oder dass er jetzt gleich nach Hause kommt, was ihn wie schon erwähnt in den Flur krabbeln lässt. Und „Nein“ versteht er auch schon gut, obwohl ich es so selten wie möglich anwende – eigentlich ursprünglich nur für die Steckdosen. Wenn ich jetzt zu etwas „nein“ sage, dann dreht er sich um und bleibt auf der Stelle sitzen, auch wenn er gelegentlich kurz jammert.
Für mich ist es einfach unglaublich spannend, wie er mit uns kommuniziert und sich auch sichtlich freut, wenn wir ihn verstehen. Irgendwann schon bald wird die Zeit kommen, da werden wir um ein paar Minuten Stille froh sein. Und dann wieder die Zeit, in der wir uns wünschen werden, er würde doch mehr mit uns reden. Genießen wir also, was wir haben. Mamamabapapa.
(Eigentlich mag ich ja keine Stöckchen. Meistens, jedenfalls. Manchmal mag ich sie dann aber doch wieder, wenn ich gerade keine Lust auf was anderes habe oder wenn ich die Fragen interessant finde. Und oft finde ich es sehr spannend, wie ganz verschiedene Leute auf die gleichen Fragen unterschiedlich antworten. So bin ich also jedesmal, wenn ich beworfen werde, unentschieden: will ich oder will ich nicht? Dieses Stöckchen hier, das mir von Tina Pappnase zugeworfen wurde, passt mir jedenfalls gerade ganz gut in den Kram. Also los.)
Warum bloggst Du?
Ja, warum? Ursprünglich, weil ich alles mögliche in die Welt hinausrufenschreiben wollte. Hauptsächlich meine Meinungen zu diesem und jenem. Geschafft habe ich es aber nie, zumindest nicht länger als zwei Wochen. Dann wurde ich schwanger, fand den Giftzwergschen Blog (und später noch viele andere) und wollte für den kleinen Knirps und mich auch so was haben, so ein rosa Blogdings mit allen Details meiner Schwangerschaft. So ist also gewissermaßen die Frau Giftzwerg schuld daran, dass ich blogge.
Warum ich heute blogge, ist etwas schwieriger. Natürlich immer noch, um vom Knirps zu schreiben, aber mit zunehmendem Alter (seins, nicht meins) und Persönlichkeit wird das weniger. Ein Stück weit bestimmt, weil jemand liest. Und weil Leute kommentieren (sonst hätte ich vermutlich nach 4 Wochen wieder gelangweilt aufgegeben). Weil es Spass macht, zu schreiben. Weil ich manche Dinge einfach loswerden will und das besser klappt, wenn auch Leser da sind und mein Geschreibsel nicht auf der Festplatte versauert. Aber manchmal, da frage ich mich das trotzdem auch selbst: warum blogge ich?
Seit wann bloggst Du?
Seit Sommer 2008. In den ersten Wochen der Knirpsschwangerschaft habe ich angefangen. (Die mißglückten Blogversuche der vorherigen Jahre zähle ich nicht mit.)
Warum lesen Deine Leser Dein Blog?
Ja, warum? Das müsste man eigentlich die Leser selbst fragen und nicht mich. Aber ich versuche mich mal im Raten: weil sie selbst Kinder haben, die im Alter des Knirps sind. Oder weil sie bald so eines bekommen und schon mal sehen wollen, wie das so ist. Vielleicht, weil sie irgendwo auf einen meiner Kommentare geklickt haben und ich etwas gesagt habe, was ihnen gefallen hat. Oder weil ich irgendwo was geschrieben habe, was ihnen gar nicht passt. Weil Google sie mit einer absurden Suchanfrage ausgerechnet zu mir geschickt hat. Ach, so viele Möglichkeiten..
Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf Deine Seite kam?
WordPress gibt mir leider nicht die letzte Suchanfrage an, aber die oberste in der gestrigen Statistik ist „baby led weaning bücher“. Wobei ich „bauch kaschieren männer bestellen“ von gestern irgendwie auch interessant finde. Ich grübele immer noch, was damit wohl gemeint war.
Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Ich weiss nicht. Was ist denn zu wenig Aufmerksamkeit? Jeder soll lesen und kommentieren, was er mag. Mache ich ja auch so.
Dein aktueller Lieblings-Blog?
Habe ich, genau wie viele andere, keinen. Zum einen wechseln die Vorlieben, und außerdem lese ich ja jeden Blog aus einem anderen Grund. Den einen, um die Entwicklung der Kinder zu verfolgen, den nächsten wegen der schönen Fotos, den übernächsten wegen der tiefsinnigen Überlegungen… (und meine Blogroll ist auch alles andere als aktuell.)
Welchen Blog hast du zuletzt gelesen?
Vor der Pappnase: den von Frau Blümel. (Geht ruhig mal schauen, es ist schön da. Und gratuliert zum wundervollen kleinen Herrn Blümel.)
Wie viele Feeds hast du gerade im Moment abonniert?
Ohne zu zählen: zu viele. Mit zählen: genau 160. Ich nehme mir ständig vor, die Liste etwas abzuspecken. Allerdings abonniere ich stattdessen ständig neue Blogs.
An welche fünf Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?
An gar keines. Erstens haben das eh schon alle, und zweitens: siehe Einleitung. Nehme sich, wer mag.
Zwischen all dem Novembergrau, das zur Zeit vorherrscht, gab es noch ein paar letzte Herbstsonnenstrahlen. Also habe ich den Knirps auf Isomatte und Picknickdecke gesetzt und die Gartenwerkzeuge ausgepackt, um noch in letzter Minute Vorkehrungen für den Winter zu treffen. Blöd nur, dass ich vom Gärtnern eigentlich überhaupt keine Ahnung habe.
Immerhin habe ich schon so einiges gelernt. Die Schwägerin hat bei ihrem letzten Besuch die Rosen geschnitten. Der Rasen wurde ein letztes Mal für dieses Jahr gemäht. Ich habe gelesen, dass ich die fallenden Blätter ruhig als Frostschutz und Dünger auf den Blumenbeeten liegen lassen darf. Außerdem habe ich gelernt, dass die Pflanze, die ich hoffentlich richtig als Studentenblume (Tagetes) identifiziert habe, die danebenstehenden Rosen vor irgendwelchen Schädlingen schützt, aber nur einjährig ist und deshalb jetzt entsorgt werden darf. Genau wie die Cosmea, die sich im ganzen Garten ausgebreitet haben – hier empfahl mir die Schwägerin, die Wurzelballen auszureißen, damit der Boden nicht voller alter Wurzeln bleibt. Ich weiß, dass ich die Minze komplett bis zum Boden abschneiden darf. Und dass ich Hibiskus und Lavendel besser erst im Frühjahr schneide. Sogar ein paar Tulpenzwiebeln habe ich schon verpflanzt, davon kann man ja nie genug haben.
(Bei Fehlern, die bis hierher aufgefallen sind, bitte einmal laut schreien. Ich will ja wenigstens wissen, warum mein Garten nächstes Jahr jämmerlich aussieht.)
Trotzdem bin ich bei einigem ratlos, und so zähle ich sehr auf mitlesende Gartenkundige. Bitte sehr und achtet nicht auf die grottenschlechte Fotoqualität :
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auf dem frisch (naja, vor einigen Wochen) gemähten Rasen wachsen Pilze. Kleine, hellbraune Pilze überall. Was wollen die in meinem Garten? Und was muss ich tun?

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muss ich die Beete umgraben, abdecken, auf irgendeine Weise versorgen? Sie sind voller mittelgroßer Steine. Gut oder schlecht?
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Diese blaublühenden Hecken/Stauden kannte bisher auch keiner meiner Besucher. Muss ich die schneiden? Weiß jemand, was das ist? Sie duften jedenfalls nach würzigem Honig, selbst jetzt noch, und ziehen im Sommer wortwörtlich hunderte von Bienen und Hummeln an. (klick macht große Bilder)
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In den Beeten kommen schon die ersten Spitzen von.. irgendwas. Grün eben. Frühlingsgrün. Bedeutet das nun, dass mein Garten im Frühjahr farblos bleibt, weil die schönen Tulpen und Narzissen den Winter nicht überleben werden?
Ich sage schon mal Dankeschön.
Für frau ami:

- Vier mal SORTERA in zwei verschiedenen Größen, um sofort zu sortieren. 30°, 40°, 60°, Feinwäsche. Die Zettelchen sind seit etwa einem Jahr übergangsweise da und sollten eigentlich durch feine gedruckte Aufkleber ersetzt werden. Irgendwann.
- Der Plan war, immer zu waschen, wenn in der entsprechenden Kiste eine volle Maschine zusammenkommt. Die Realität ist, dass wir immer erst später waschen. Aber wir arbeiten daran.
- Kein Wäschetrockner, weil teuer und unöko und so. Dafür zwei Wäscheständer, die ständig vollhängen.
- Gebügelt wird nur zu besonderen Gelegenheiten. Also Blusen zu Bewerbungsgesprächen, Hemden zu festlichen Anlässen und vielleicht dann auch mal eine Hose. Sonst hilft ordentliches Aufhängen und Zusammenlegen – sieht ja nach 10 min sowieso wieder genauso aus.
- Eigentlich sollten die Kästen wie in der alten Wohnung hübsch aufeinandergestapelt und damit platzsparend untergebracht sein, wir haben nur noch nicht den idealen Ort dafür gefunden. Daher vorerst
in der Abstellkammerim zukünftigen Kinderzimmer, da wird keiner gestört. - Und warum da manches obendrauf liegt, da müssen sie den Mann fragen (außerdem ist dafür die mittlere Kiste fast leer). Der ist nämlich bei uns für die Wäsche zuständig und hat heute früh irgendwie sortiert. Ich habe nur eben die von ihm bereitgestellte Wäschetüte in die Waschmaschine verfrachtet.
Ich sag mal: es war auch schon schlimmer bei mir.
Ich weiss nicht, was momentan los ist. Der letzte Beitrag hier ist über zwei Wochen alt. Und ich habe ausreichend Dinge, die ich loswerden möchte, ganz aktuelle und eher allgemeine, vom Knirps oder von mir oder der Welt an sich, da ist alles dabei. Manchmal habe ich auch große Lust zu schreiben. Dann setze ich mich sprudelnd vor Schreibgedanken abends an den PC oder an das neue Netbook, öffne einen der 12 halbfertigen Entwürfe, schreibe einen Satz und —- blockiere. Komplett. Dann mag ich schlagartig nicht mehr denken, nicht mehr schreiben, keine passenden Worte suchen und keine Argumente nachvollziehen. Also wird der Entwurf wieder geschlossen und schlummert auf der Festplatte vor sich hin, bis er vermutlich überhaupt nicht mehr aktuell ist und gelöscht werden kann. Und irgendwo ärgere ich mich, weil ich doch auf gewisse Weise bloggen will, nur klappt es momentan nicht. Seltsame Sache. Vielleicht liegt es mit daran, dass ich momentan zu viel schreiben will, viel zu viel, und mir damit Druck mache. Druck lähmt mich schon immer. Blöd natürlich, dass der Druck auf diese Weise jeden Tag mehr wird, weil auch die zu verbloggenden Gedanken in meinem Kopf sich jeden Tag höher stapeln. Nächtelang ausformulierte Sätze, ausführlich mit mir selbst diskutierte Ansichten, und dann wieder diese verdammt nervige Blockade.
Aber wir wissen ja: das ist alles nur eine Phase. NureinePhaseNureinePhaseNureinePhase.
Wie ich auch schon vor einiger Zeit schrieb , steht ein Knirpsgeschwisterchen momentan noch nicht auf dem Plan. Eigentlich. Denn seit ich diesen Artikel geschrieben hatte und noch so einige andere um mich herum mit dem selben Thema gelesen hatte, hat sich der Gedanke in meinem Kopf eingenistet und macht es sich dort jetzt bequem. Sehr seltsam. Denn an den Tatsachen vor einigen Monaten hat sich fast überhaupt nichts geändert. Ich habe höllische Angst vor einer Wiederholung meiner Wochenbetterlebnisse. Wirklich höllisch.
Aber auf der anderen Seite beginne ich zu planen. Wann wäre denn der Zeitpunkt für uns gut? Wann für den Knirps? Ich bin Freund kurzer Geschwisterabstände, schon immer eigentlich. Die Kindern können dann gut miteinander, und auch wenn man dann natürlich mehrere kleine auf einmal hat, hat das den Vorteil, dass der ganze anstrengende Kleinkind-Baby-Kram eben auch irgendwann vorbei ist und sich nicht über Jahrzehnte (ok, ich übertreibe) zieht. Der Gedanke an zwei und mehr Wickelkinder macht mir wenig Sorgen. Also irgendwas zwischen 1 1/2 und 3 Jahren Abstand fände ich schon sehr schön. Und dann beginnt man zu rechnen. Eineinhalb Jahre, na gut, das wäre schon sehr bald. Zu bald oder besser gesagt: jetzt. Aber wenn ich mal so über zwei Jahre nachdenke? Übrigens wichtig für das Thema Elterngeld, da ich ja nach meiner Elternzeit Teilzeit arbeiten werde und der Allerbeste dann später auch – je weniger dieser Teilzeitmonate mit einberechnet werden, desto höher unser Elterngeld. Leider auch ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Also nochmal. Zwei Jahre Abstand würde bedeuten, dass ich im nächsten Frühsommer wieder schwanger sein müsste. „Ist ja gar nicht so unwahrscheinlich, oder?“ murmelte der Allerbeste neulich zu diesem Thema.
Und ich träume vor mich hin. Ich denke ständig darüber nach, wie das dann wird, mit einem Baby auf dem Arm im Tuch und einem tapsenden Kleinkind. Fühlt sich momentan gar nicht so schlecht an. Ich frage mich, wie das überhaupt klappen soll, allein die Geburt an sich – wo bringen wir den Knirps unter? Unsere Freunde wohnen überall verstreut, aber nicht in der Nähe, genau wie die Großeltern. Ich schiebe Zahlen hin und her, wer wann Elternzeit nimmt und wieviel Elterngeld und Teilzeitgehalt dann am Ende übrig bleibt. Wir haben abgemessen, dass auch neben unsere 2,40m-Familienbettwiese noch unser Beistellbett passt. Ich verfolge gespannt jedes Blog, jede Erzählung von Mehrfachmüttern mit kurzem Abstand. Ich bin eindeutig infiziert mit dem Noch-Ein-Kind-Virus. (Und hoffe dabei inständig, dass es dann überhaupt noch einmal klappen würde, vielleicht sogar wieder so schnell, aber das ist eine andere Geschichte…)
Am allermeisten denke ich über die Geburt nach. So viel, dass ich mir recht sicher bin, dass das nicht nur eine Vorplanung für die nächste Schwangerschaft ist. Ich glaube, es ist vielmehr eine Verarbeitung der Knirpsgeburt in allen Einzelheiten, maskiert als der Plan, nächstes Mal einiges anders zu wollen.
Seltsamerweise war ich direkt nach der Geburt verhältnismäßig zufrieden mit meinem „Geburtserlebnis„. Doch je weiter das alles weg ist, je länger ich darüber nachdenke, desto unzufriedener werde ich. Ich beginne mich zu fragen, ob die PDA denn wirklich nötig war. Ich war müde, ja, und die Wehen wurden schwächer. Was wäre passiert, wenn ich mich einfach mit schwachen Wehen eine Zeit lang ausgeruht hätte? Abgewartet hätte? Dem Knirps ging es zu der Zeit noch überaus prächtig. Oder trügt mich da meine Erinnerung, war ich doch schon mehr am Ende, als ich es jetzt wahrnehmen möchte? Es ist manchmal schwer auseinanderzuhalten, die Realität, die von den Wehenschmerzen und der ganzen Extremsituation so stark beeinflusst war, und die Erinnerung, die jetzt Monate später noch am Wochenbett zu knabbern hat. Hätten wir ohne PDA und ohne Wehentropf auch die Saugglocke gebraucht? Wären meine Verletzungen dann auch so schwer gewesen? Hätte eine andere Geburtsposition (die wegen der PDA nicht mehr möglich war) den Verlauf geändert? Wieviel lag an mir, an irgendeiner Angst, wieviel lag an der Umgebung, wieviel war einfach so und punkt?
Ich werde das alles nie herausfinden. Gut möglich, dass der Wehentropf und die Saugglocke schon allein wegen dem Riesenschädel notwendig waren. Gut möglich, dass der Knirps allein durch die lange Eröffnungsphase geschwächt war und die Herztöne so oder so kritisch geworden wären – ein Glück, dass er das ohne Schaden überstanden hat. Gut möglich, dass ich durch die vorherige Nacht ohne Schlaf und durch die starken Wehen trotz fehlender Muttermundwirksamkeit so ermüdet war, dass ich die Geburt so nicht geschafft hätte. Aber trotzdem bleibt da Unzufriedenheit und Unsicherheit.
Und so entsteht in meinem Kopf ein neuer Plan, Wünsche für die nächste Geburt. Ich möchte jemanden bei mir haben, der mir die ganze Zeit hilft, der mich ermutigt und mir Tips gibt. Ich werde unter Stress und solchen Schmerzen offenbar erstmal passiv. Ich hätte jemanden gebraucht, der mich anfeuert, der nicht nur vorsichtig fragt, ob ich spazieren gehen möchte, sondern der mich aufscheucht – los, Du packst das, nur ein paar Meter!. Der mir Mut macht und die Sache mit mir, für mich in die Hand nimmt, wenn ich nicht mehr kann. Dem Allerbesten gebe ich da ganz sicher keine Schuld. Er kannte diese Extremsituation genauso wenig wie ich. Vielleicht kann jemand, der noch nie selbst ein Kind geboren hat, gar nicht diese Unterstützung liefern, nach der ich suche. Er hatte logischerweise Mitleid mit mir und war irgendwie auch froh, als die PDA mir zunächst die Schmerzen nahm, nachdem er da stundenlang zugesehen hatte, wie ich jammere und töne und schwitze und heule. Und er hat mir ja auch geholfen, er war in jedem Moment für mich da, er hat mich massiert und mich gehalten – ich würde nie ein Kind ohne ihn zur Welt bringen wollen, niemals! Aber schön wäre vielleicht gewesen, wenn die Hebamme nicht nur jede Stunde vorbei geschaut hätte, sondern die ganze Zeit bei mir gewesen wäre. Sicher gibt es auch Frauen, die genau das nicht wollen, die alleine da durch wollen und keinen in ihrer Nähe ertragen. Ich aber nicht. Ich brauche Unterstützung, soviel weiss ich jetzt.
Noch habe ich ja Zeit. Noch ist der Countdown nicht gestartet, noch kann ich mir alle Alternativen ansehen. Ich denke über (hier leider nicht verfügbare) Beleghebammen, über Geburtshäuser, über Krankenhäuser mit Hebammenschulen und über Doulas nach und werde meine Gedanken bestimmt bald euch allen hier auf die Nase binden, wenn ich sie fertig sortiert habe. Ich lese Geburtsberichte und Studien, so viele Studien, zur Risikobewertung der verschiedenen Geburtsumgebungen. Denn ich muss mich sicher fühlen mit der Entscheidung, die ich dann treffen werde. Sicher ist nur, dass irgendetwas anders sein muss als bei der Knirpsgeburt. Und sicher ist, dass ich, nein, dass wir unheimlich gerne ein Knirpsgeschwisterchen hätten. Irgendwann in den nächsten Monaten, Jahren. Wir werden sehen.
Du Knirps,
gestern warst Du 9 Monate alt. Da bin ich allerdings mal wieder gemeinsam mit Dir eingeschlafen, deshalb schreibe ich erst heute. Du trägst Größe 80, hast weiterhin sechs Zähne und inzwischen auch Haare, die bis in die Stirn hängen, zumindest ein paar Fransen.
Seit einiger Zeit kannst Du stehen. Du ziehst Dich nicht mehr hoch, sondern stehst elegant auf, erst ein Bein, dann das andere. Seither stehst Du den halben Tag irgendwo: unter dem Esstisch, an der Terassentür, am Sofa oder am allerliebsten an meinen Hosenbeinen. Manchmal bist Du auch schon übermütig sehr mutig und lässt mit beiden Händen los, um nach etwas zu greifen – das klappt noch nicht ganz. Wenigstens eine Hand brauchst Du noch zum Halten. Überraschenderweise bist Du aus dem Sitzen anfangs öfter umgefallen als jetzt aus dem Stehen, die Beulen und Schrammen halten sich daher noch in Grenzen.
Ebenso krabbelst Du jetzt nur noch. Robben hat endgültig ausgedient. Auf dem glatten Laminat entwickelst Du ganz eigene Krabbelstile, bei denen Du den rutschigen Boden mit minimalem Kraftaufwand optimal ausnutzt. Du krabbelst gerne Bällen und Luftballons über weite Strecken hinterher, verstehst aber noch nicht ganz, dass Du mir einfach überall hin folgen kannst und jammerst dann wieder, wenn der Abstand zu groß wird. Wenn Du gut gelaunt bist, krabbelst Du aber inzwischen auch schon mal ganz freiwillig aus meiner Sichtweite – hinaus auf den Gang, ins Bad oder in die Küche. Erst nach einer Weile bleibst Du sitzen, schaust Dich um und scheinst dann erst zu merken, wie weit weg Du bist. Sogar in fremder Umgebung im Mütterzentrum hast Du das schon gemacht. Ein richtiger kleiner Entdecker wirst Du.
Seit neuestem packst Du alles in Kisten oder Eimer, nachdem Du bisher ja nur alles ausgeräumt hast. Jetzt also wieder einräumen. Wenn gerade nicht in Kisten geworfen wird, dann wird gestapelt, alles was Du findest. Stapelbecher auf Stapelbecher, Becher auf Kiste, Löffel auf Schnabeltasse, Schlüsselbund auf Becher. Hauptsache, eines liegt auf dem anderen, und dann sitzst Du glücklich vor Deinem Werk und klatschst in die Hände. Bälle sind auch gerade sehr interessant. Ansonsten macht Dir die Entdeckung der Wohnung, wie Mülleimer, Altpapier, Waschmaschine, Stereoanlage und Küchenschränke, wesentlich mehr Spaß als langweiliges Babyspielzeug. Nur Bilderbücher sind noch gefragt. Ein echter Büchernarr wirst Du, scheint mir. Du setzt Dich mit den Büchern hin und blätterst sie von einer Seite auf die nächste, kommentierst dabei alles mit verschiedenen Lauten und blätterst weiter (wild durcheinander und auf-zu-auf-zu, aber immerhin). Noch lieber magst Du es, wenn wir uns zu Dir setzen und Dir auf den Bildern Dinge zeigen oder irgendwelche Geschichten dazu erzählen – da wirst Du ganz ruhig und schaust für ein paar Minuten aufmerksam zu.
Du kannst inzwischen eigentlich alles essen, was wir Dir geben. Kleine Stücke, große Stücke, ganze Äpfel, Erbsen, Reis, Orangen , Pflaumenkerne, Pappschachteln … einfach alles. Noch benutzt Du keinen richtigen Pinzettengriff, aber einzelne Erbsen gehen trotzdem schon ganz problemlos. Reis nimmst Du mit der ganzen Faust und hast dann eine sehr interessante Technik, um ihn ans Faustende und damit an den Mund zu bringen – es sieht aus, als würdest Du melken. Manchmal rührst Du ein paar Tage lang kaum etwas an, egal was wir hinstellen, und dann frisst Du uns wieder ein paar Tage die Haare fast vom Kopf. Mal verschlingst Du alles, was Du siehst, und dann wieder bist Du sehr wählerisch und verschmähst plötzlich den einst heißgeliebten Brokkoli oder das Hähnchen, das gestern noch toll war. Deine Lieblingsessen der letzten Zeit sind wohl Butterbrote, Orangen, Bananen, Hackfleischbällchen, Tomatensauce, Reis und Nudeln. Wir stillen wieder etwas öfter als noch vor einem Monat, zumindest bis vor ein paar Tagen. Vielleicht lag das an der Erkältung, oder am Zahnen, oder einfach so, wer weiss. Wir stillen eben, wann Du willst, ohne weiter darüber nachzudenken. Und Du hast freundlicherweise wieder mit dem Beißen aufgehört.
Ganz schreckliche Dinge waren für Dich übrigens im letzten Monat: Anziehen, Zähne putzen, Warten. Beim Anziehen krabbelst Du uns am liebsten einfach weg, was das Ganze leider nicht verkürzt, und beim Zähne putzen machst Du erst den Mund zu und meckerst dann irgendwann. Warten ist ganz schlimm, wenn Du jetzt sofort Hunger hast, das Essen aber noch kalt werden muss – oder wenn Du jetzt sofort aus dem Autositz willst, wir aber mitten auf der Autobahn sind. Du wirst mittlerweile auch manchmal richtig wütend, wenn Du beispielsweise nicht an die Steckdosen darfst oder nur einen einzigen Löffel Hustensaft bekommst. Das mit dem Zähne putzen wird aber seit ein paar Tagen wieder besser, und beim Anziehen streckst Du sogar manchmal schon ganz hilfreich den Arm in die richtige Richtung, wenn ich darum bitte. Abgesehen von diesen Dingen bist Du sowieso die reinste Frohnatur – über jede Kleinigkeit lachst Du Dich zur Zeit halb tot. Wir können ewig miteinander blödeln, wir drei.
Den ganzen Tag lang plapperst Du nun vor Dich hin. „babababababa“ heißt es oft, gelegentlich auch „mamama“ und was Dir sonst so an Lauten einfällt. Du hast gelernt, das „bababa“ zu flüstern und sogar komplett lautlos zu sagen, so dass Du aussiehst wie ein stummer kleiner Fisch – ein sehr putziger Fisch. Und Du verstehst jede Menge von dem, was wir zu Dir sagen. So können wir mittlerweile schon richtig miteinander kommunizieren. Du schmatzt, wenn Du Hunger hast und machst das unbeschreibliche Stillgeräusch, wenn Du trinken willst. Du wirfst den Spielstein in den Eimer, wenn man Dich dazu auffordert, und weißt, wo die Waschmaschine ist und wo das Licht. Wir können Dir verschiedene Fragen stellen, etwa ob Du schlafen willst, ob Du fertig mit Essen bist, ob Du Wasser trinken willst oder Hunger hast, und jedesmal bekommen wir ganz eindeutige Reaktionen. Wenn Du auf den Arm willst oder sonst etwas speziell von mir willst, dann hängst Du jetzt an meinem Bein und sagst im Jammerton „Mmaa“ - noch kein richtiges Mama, aber doch auf gutem Weg dahin, behaupte ich jetzt mal. Ich freue mich schon darauf, immer mehr mit Dir zu „sprechen“. Ach, noch ein Wort verstehst Du auch schon ziemlich gut – mittlerweile bleibst Du auf der Stelle sitzen, wenn der Versuch, in Richtung Steckdosen zu kommen, von mir mit einem „Nein“ kommentiert wird. Dann drehst Du Dich um und sagst ein wunderbar beleidigtes „eeyyyy“, nicht ohne dabei traurig zu schauen. (Wirklich sehr süß, aber Du darfst trotzdem nicht an die Steckdosen.)
Noch drei Monate also, dann hast Du Dein erstes Lebensjahr vollendet. Nach alledem, was in den letzten neun Monaten schon passiert ist und sich schon geändert hat, fällt es mir fast schwer, mir die nächsten Schritte vorzustellen. Aber toll werden sie ganz bestimmt. Du bist einfach der tollste kleine Knirps, den wir uns wünschen könnten. Wir haben Dich schrecklich lieb.
8 Monate | 7 Monate | 6 Monate | 5 Monate | 4 Monate | 3 Monate | 2 Monate | 1 Monat
Unser erstes Weihnachtsfest mit Kind steht vor der Tür. Ich freue mich ehrlich gesagt wie verrückt darauf. Weihnachten war für mich immer kuschelig, geheimnisvoll, mit vielen warmen Lichtern und leckeren Düften. Ich hoffe, dass auch wir unsere ganz eigene Weihnachtstradition finden und jedes Jahr in strahlende Knirpsaugen blicken dürfen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Zu Weihnachten gehört in unserer Gesellschaft das Schenken. Ein wunderschöner Brauch, wie ich finde. Selbstverständlich soll auch der Knirps beschenkt werden. Genau wie der Allerbeste und ich es als Kinder kennengelernt haben, wird hier das Christkind die Gaben bringen. Schön wäre es, wenn es auch für uns so einfach wäre. Denn natürlich gibt es da nicht nur uns Eltern, die den Knirps bescheren möchten, sondern auch noch stolze Großeltern, Urgroßeltern, Onkel und Tanten, die sich alle auf den ersten Nachwuchs unserer Generation stürzen. Auch das ist wunderschön. Bei mir wirft es aber die Frage auf: wie weit muss die Schenkerei auf Dauer reguliert werden?
Nun könnte man einfach sagen, da wird überhaupt nichts reguliert. Jeder schenkt dem Knirps, was er schenken mag und basta. Vom Grundprinzip her gefällt mir das sehr gut, schließlich sollen Geschenke von Herzen kommen und etwas persönliches sein, da sind eigentlich Regeln fehl am Platz. Allerdings kenne ich beispielsweise den aktuellen Spielzeuggeschmack meiner Eltern und einiger meiner Geschwister und sehe den Knirps daher bereits begraben unter Bergen von blinkendem Plastikspielzeug mit Soundeffekten. Ich habe ja überhaupt nichts gegen Plastik an sich, und gelegentlich darf von mir aus auch etwas batteriebetriebenes dabei sein. Ich bin nicht der Typ für „nur pädagogisch wertvolles Holzspielzeug“. Nur habe ich das Gefühl, dass Oma und Opa alles als nutzlos ansehen, was nicht blinkt und dudelt. Dann sind da noch die entfernteren Verwandten, die gerne Kleidung schenken, die unglaublich unpraktisch ist (ich sage nur steife Jeanshosen mit drückenden Knöpfen) und bestenfalls in einer Größe, die dem Knirps dann Winterklamotten für den nächsten Sommer beschert. Und schon allein die Menge der schenkenden Verwandschaft lässt mich befürchten, dass der Knirps mit so vielen Gaben mehr als überfordert wäre. Einen Vorgeschmack davon haben wir bereits zur Geburt bekommen: wir besitzen nun 5 Schnuffeltücher und 6 Spieluhren, von denen 4 exakt die gleiche Melodie spielen; Kleidung, die er nie angehabt hat, weil der dicke Fleeceanzug erst im Sommer gepasst hätte; dudelnde Spielbälle, die ich bedienen kann, der Knirps aber nicht… nun ja.
Eine andere Möglichkeit wäre, es so wie meine eigenen Eltern handzuhaben. Da wurde von einer Oma jedes Jahr ein Büchergutschein geschenkt (und Bücher sind etwas, wovon man meiner Meinung nach tatsächlich nie zuviel haben kann). Die andere Großelternseite hat den für die Geschenke bestimmten Betrag an meine Eltern gegeben, die dann für jeden von uns etwas passendes ausgesucht haben. Ich weiss nicht, seit wann es damals bei uns diese Regelung gab und was zuvor passiert ist. Bei den Beteiligten kann ich mir aber gewissen Uneinigkeiten in Bezug auf sinnvolles Schenken sehr gut vorstellen. Einerseits keine schlechte Idee. So kann man statt vieler kleiner und eventuell nutzloser Geschenke ein gemeinsames, teureres Geschenk besorgen und außerdem besteht nicht die Gefahr, dass die Eltern entsetzt auf den ausgepackten Plunder blicken. Andererseits ist es auch sehr unpersönlich. Es ist eben ein Zuschuss zu den Geschenken der Eltern und kein eigenes Geschenk von Oma und Opa. Und außerdem finde ich es schlecht machbar, irgendjemanden gezielt um ein Geldgeschenk zu bitten, nur weil man ansonsten unerwünschte Geschenke befürchtet..
Es wäre auch möglich, Wunschlisten oder zumindest Richtungshinweise zu geben. So hätten die Schenker wenigstens noch teilweise selbst die Wahl, könnten sich aber an unseren Vorstellungen orientieren. Aber auch das ist fast genauso unpersönlich wie das reine Geldgeschenk. Außerdem fühlt es sich arrogant an. Natürlich sind wir die Eltern, aber sind unsere Vorstellungen von sinnvollem Spielzeug denn wirklich die einzig wahren? Sicherlich nicht. Ich mag auch generell keine Wunschgeschenklisten. Für mich sieht das immer aus wie fordernde Bestellzettel, auf denen dann abgehakt werden kann. Da muss man sich keine Mühe, keine Gedanken mehr machen, kauft einfach, was genannt wird. Schnell fällt mir auch Verwandschaft ein, die solche Listen bestenfalls belächeln und dann ignorieren würde, schlimmstenfalls sich darüber lustig machen und gezielt das Gegenteil kaufen.
Noch diskutieren wir und wägen ab. Auf der einen Seite der Wunsch, den tiefen Sinn des Schenkens zu erhalten und alle Regeln zu verwerfen. Auf der anderen Seite der Wunsch, den Knirps mit einer noch überschaubaren Menge von schönen Dingen zu beschenken, die die kindliche Phantasie nicht ganz ausschalten oder übermorgen halb kaputt in der Ecke liegen.
Ich bin gespannt: wie ist das bei euch? Gibt es Regeln?
Und wo wir schon dabei sind – Christkind, Weihnachtsmann oder nichts davon?



