Unser erstes Weihnachtsfest mit Kind steht vor der Tür. Ich freue mich ehrlich gesagt wie verrückt darauf. Weihnachten war für mich immer kuschelig, geheimnisvoll, mit vielen warmen Lichtern und leckeren Düften. Ich hoffe, dass auch wir unsere ganz eigene Weihnachtstradition finden und jedes Jahr in strahlende Knirpsaugen blicken dürfen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Zu Weihnachten gehört in unserer Gesellschaft das Schenken. Ein wunderschöner Brauch, wie ich finde. Selbstverständlich soll auch der Knirps beschenkt werden. Genau wie der Allerbeste und ich es als Kinder kennengelernt haben, wird hier das Christkind die Gaben bringen. Schön wäre es, wenn es auch für uns so einfach wäre. Denn natürlich gibt es da nicht nur uns Eltern, die den Knirps bescheren möchten, sondern auch noch stolze Großeltern, Urgroßeltern, Onkel und Tanten, die sich alle auf den ersten Nachwuchs unserer Generation stürzen. Auch das ist wunderschön. Bei mir wirft es aber die Frage auf: wie weit muss die Schenkerei auf Dauer reguliert werden?
Nun könnte man einfach sagen, da wird überhaupt nichts reguliert. Jeder schenkt dem Knirps, was er schenken mag und basta. Vom Grundprinzip her gefällt mir das sehr gut, schließlich sollen Geschenke von Herzen kommen und etwas persönliches sein, da sind eigentlich Regeln fehl am Platz. Allerdings kenne ich beispielsweise den aktuellen Spielzeuggeschmack meiner Eltern und einiger meiner Geschwister und sehe den Knirps daher bereits begraben unter Bergen von blinkendem Plastikspielzeug mit Soundeffekten. Ich habe ja überhaupt nichts gegen Plastik an sich, und gelegentlich darf von mir aus auch etwas batteriebetriebenes dabei sein. Ich bin nicht der Typ für „nur pädagogisch wertvolles Holzspielzeug“. Nur habe ich das Gefühl, dass Oma und Opa alles als nutzlos ansehen, was nicht blinkt und dudelt. Dann sind da noch die entfernteren Verwandten, die gerne Kleidung schenken, die unglaublich unpraktisch ist (ich sage nur steife Jeanshosen mit drückenden Knöpfen) und bestenfalls in einer Größe, die dem Knirps dann Winterklamotten für den nächsten Sommer beschert. Und schon allein die Menge der schenkenden Verwandschaft lässt mich befürchten, dass der Knirps mit so vielen Gaben mehr als überfordert wäre. Einen Vorgeschmack davon haben wir bereits zur Geburt bekommen: wir besitzen nun 5 Schnuffeltücher und 6 Spieluhren, von denen 4 exakt die gleiche Melodie spielen; Kleidung, die er nie angehabt hat, weil der dicke Fleeceanzug erst im Sommer gepasst hätte; dudelnde Spielbälle, die ich bedienen kann, der Knirps aber nicht… nun ja.
Eine andere Möglichkeit wäre, es so wie meine eigenen Eltern handzuhaben. Da wurde von einer Oma jedes Jahr ein Büchergutschein geschenkt (und Bücher sind etwas, wovon man meiner Meinung nach tatsächlich nie zuviel haben kann). Die andere Großelternseite hat den für die Geschenke bestimmten Betrag an meine Eltern gegeben, die dann für jeden von uns etwas passendes ausgesucht haben. Ich weiss nicht, seit wann es damals bei uns diese Regelung gab und was zuvor passiert ist. Bei den Beteiligten kann ich mir aber gewissen Uneinigkeiten in Bezug auf sinnvolles Schenken sehr gut vorstellen. Einerseits keine schlechte Idee. So kann man statt vieler kleiner und eventuell nutzloser Geschenke ein gemeinsames, teureres Geschenk besorgen und außerdem besteht nicht die Gefahr, dass die Eltern entsetzt auf den ausgepackten Plunder blicken. Andererseits ist es auch sehr unpersönlich. Es ist eben ein Zuschuss zu den Geschenken der Eltern und kein eigenes Geschenk von Oma und Opa. Und außerdem finde ich es schlecht machbar, irgendjemanden gezielt um ein Geldgeschenk zu bitten, nur weil man ansonsten unerwünschte Geschenke befürchtet..
Es wäre auch möglich, Wunschlisten oder zumindest Richtungshinweise zu geben. So hätten die Schenker wenigstens noch teilweise selbst die Wahl, könnten sich aber an unseren Vorstellungen orientieren. Aber auch das ist fast genauso unpersönlich wie das reine Geldgeschenk. Außerdem fühlt es sich arrogant an. Natürlich sind wir die Eltern, aber sind unsere Vorstellungen von sinnvollem Spielzeug denn wirklich die einzig wahren? Sicherlich nicht. Ich mag auch generell keine Wunschgeschenklisten. Für mich sieht das immer aus wie fordernde Bestellzettel, auf denen dann abgehakt werden kann. Da muss man sich keine Mühe, keine Gedanken mehr machen, kauft einfach, was genannt wird. Schnell fällt mir auch Verwandschaft ein, die solche Listen bestenfalls belächeln und dann ignorieren würde, schlimmstenfalls sich darüber lustig machen und gezielt das Gegenteil kaufen.
Noch diskutieren wir und wägen ab. Auf der einen Seite der Wunsch, den tiefen Sinn des Schenkens zu erhalten und alle Regeln zu verwerfen. Auf der anderen Seite der Wunsch, den Knirps mit einer noch überschaubaren Menge von schönen Dingen zu beschenken, die die kindliche Phantasie nicht ganz ausschalten oder übermorgen halb kaputt in der Ecke liegen.
Ich bin gespannt: wie ist das bei euch? Gibt es Regeln?
Und wo wir schon dabei sind – Christkind, Weihnachtsmann oder nichts davon?
Da bin ich also wieder, zurück von diesem längst fälligen Arzttermin. Wie überhaupt nicht zu erwarten war, hat er mich weder gevierteilt noch mit irgendwelchen schrecklichen Fragen gequält. Ein netter, sorgfältiger Hausarzt, den ich da gefunden habe. Ich durfte die Hand so bewegen („aua!“) und den Daumen hier hin beugen („geht nicht!„) und mir eine Weile auf dem Handgelenk herum drücken lassen. Der Arzt nickte verständnisvoll, als ich auf die Frage nach Belastungen oder Verletzungen den Knirps erwähnte und sparte sich gnädigerweise jeden Kommentar zu meiner Verzögerungstaktik.
Die Diagnose ist also die, die ich selbst schon vermutet hatte: eine heftige Sehnenscheidenentzündung im Bereich der Daumensehne. Tritt häufig bei Müttern auf, die ihre Babys… und so weiter. Ich habe jetzt eine schicke schwarze Schiene für Daumen und Handgelenk bekommen, welche die schmerzhaftesten Bewegungen unmöglich macht und der Sehne endlich die Ruhe bringen soll, die sie schon lange bräuchte. Außerdem eine Salbe gegen die Entzündung („Nehmen Sie mal die Tabletten, von so einer Salbe kommt fast nichts durch, das hilft kaum. Ach, Sie stillen noch? Dann können Sie die Tabletten nicht nehmen… da nehmen Sie mal die Salbe, von der kommt sowieso fast nichts durch.„) und weiter Ibuprofen, wenn die Schmerzen unerträglich werden wie zum Beispiel heute nacht. Und dann abwarten, eine Woche zunächst, ob irgendetwas besser wird – wenn nicht, weiter zum Orthopäden, schöne Bilder machen lassen und weiteres Vorgehen überlegen. Denn so ein bisschen verwundert war er schon über die Intensität der Schmerzen, aber da sei eben alles stark entzündet, vermutet er.
Achja, auf meine Frage, wie lange das nun dauern wird (eigentlich wollte ich ja nur wissen, wann ich wiederkommen soll, falls sich nichts ändert, habe aber blöd gefragt) bekam ich vom netten Hausarzt ein hilfloses Schmunzeln und ein Schulterzucken mit einem „oh, da sage ich lieber nichts… Wochen, Monate, kann alles sein“. Aber immerhin war ich da und habe die Schiene. Strike!
Und jetzt genug gejammert und bemitleidet. Ich bedanke mich natürlich herzlich für alle gedrückten Daumen, guten Wünsche und die Geständnisse solidarischer Arztvermeider. Demnächst also wieder kitschtriefende fröhliche Knirpsberichte an dieser Stelle.
Seit etwa Mitte August habe ich Schmerzen im Handgelenk. Zunächst nichts tragisches, einfach etwas überlastet, so vom Knirps tragen und Knirps in den Schlaf wiegen und turnenden Knirps beim Stillen festhalten. Kennt ihr das, wenn man das Kind auf dem Arm gewissermaßen mit dem abgestreckten Daumen festhält und dann die Hand trotzdem noch frei hat, um zu tippen oder etwas zu tragen oder ähnliches? Genau. Zum Arzt bin ich also nicht gegangen – schließlich war es nicht das erste Mal, dass ich solche Schmerzen hatte, ich bin mit Sehnenscheidenentzündungen quasi per Du. Ich hatte selbige schon vom Klarinette spielen, vom Dauertippen, vom Gurke hobeln, vom Computer spielen.. und normalerweise war das mit Kühlen und Schonen recht gut in den Griff zu bekommen. Ich gehe ungern zum Arzt, wenn ich das Gefühl habe, alleine damit zurecht zu kommen. Kommt mir so unnötig vor.
Das Kühlen half nur vorübergehend, und Schonung – naja. Schon mal versucht, eine Hand möglichst überhaupt nicht zu benutzen, während man mit einem 6 Monate alten Säugling alleine zuhause ist? Das funktioniert nämlich so ziemlich gar nicht. Sicher, für längere Tragezeiten nehme ich die Bauchtrage, der Knirps konnte zu der Zeit auch schon ganz gut alleine am Boden spielen, aber ganz ohne zweite Hand und ganz ohne Tragen geht es eben doch nicht. Noch dazu geht es um die linke Hand, meine klassische Tragehand (seltsam eigentlich – ich trage den Knirps wirklich ausschließlich auf der linken Hüfte. Rechts geht irgendwie gar nicht).
Die Schmerzen wurden also besser statt schlimmer. Jeder vernünftige Mensch wäre daraufhin doch zum Arzt gegangen. Jeder außer mir. Ich hoffte weiter auf spontane Besserung, schonte mal mehr, mal weniger, mal gar nicht und verschob den geplanten Arztbesuch zunächst auf nach dem Umzug.
Der Umzug kam, der Umzug ging, und meine Schmerzen blieben. Mittlerweile hatte ich vorsichtig das Internet befragt, wie das den so mit verschleppten Sehnenscheidenentzündungen ist. Dabei konnte ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststellen, dass es sich um eine Tendovaginitis de Quervain handelt, eine Sehnenscheidenentzündung im Bereich der Daumensehne. (Ich weiss schon, Internetdiagnosen sind Mist, aber ich behaupte das jetzt mal so. Wenn schon blöd verhalten, dann richtig. Nicht zum Arzt gehen und Selbstdiagnosen basteln.) Ein gehäuftes Auftreten wird bei jungen stillenden Müttern beobachtet, die häufig das Baby mit kraftvoller Daumenabduktion halten .. na sowas.
Je schlimmer das ganze wurde, desto beharrlicher wehrte ich mich gegen einen Arzttermin. Vielleicht nach dem Urlaub (und der Urlaub kam und ging). Mittlerweile versuchte der Allerbeste immer wieder erfolglos, mich dazu zu überreden. Aber ich wollte absolut nicht. Irgendwie war und ist es mir äußerst unangenehm, diese Sache verschleppt zu haben, und damit möchte ich nicht vor dem Arzt stehen. Hallo, ich habe seit zwei Monaten Schmerzen, aber irgendwie war ich zu faul, vorbei zu kommen klingt einfach nicht gut. Und die ebenfalls im Internet zu findenen Prognosen für so eine, mittlerweile fast als chronisch zu bezeichnende Entzündung, gefielen mir auch nicht. Im blödsten Fall OP, anschließend einige Wochen Heilung. Wie soll denn das bitte gehen, mit so einem Knirps, der noch nicht mal laufen kann? Und wie soll das gehen, wenn ich Anfang Januar wieder arbeiten soll, also tagaus tagein tippend am PC sitzen?
Also ging ich nicht zum Arzt. Bis heute. Ich weiss, diese Haltung ist alles andere als erwachsen. Und leider verschwinden die Schmerzen auch nicht, wenn man sie zu ignorieren versucht und abwartet. Es hat so ein bisschen was von Finger in die Ohren und lalala singen, um die Wahrheit nicht zu hören. Ich kenne diese Vorgehensweise nur zu gut; solange ich mich erinnern kann, ist meine Mutter mit jeder Art von Krankheit genau so umgegangen. Jahrelang habe ich den Kopf geschüttelt, mich geärgert und mir geschworen, nicht so zu werden – nur um jetzt ganz genauso zu handeln.
Doch endlich (leider muss man das wirklich so sagen) ist auch bei mir der Punkt gekommen, an dem die Schmerzen unerträglich sind. Ich habe heute zum ersten Mal Schmerzmittel genommen, um den Tag zu überstehen. Bei dummen Bewegungen wird mir wörtlich schwarz vor Augen vor Schmerzen. Ich kann mich kaum anziehen, geschweige denn den Knirps (und muss ihn ja trotzdem mehrmals täglich wickeln), ich kann mit links nichts tragen und nichts bewegen. Ich kann wundersamerweise aber ganz problemlos tippen, solange ich den Daumen und das Handgelenk ruhig halte. Nein, ich will kein Mitleid, schließlich habe ich das ganze selbst verbockt. Wäre ich im August zum Arzt gegangen, dann hätte mich das vermutlich eine harmlose Untersuchung, vielleicht ein oder zwei Stunden meiner Zeit und eventuell eine Schiene für den Arm gekostet. Warum um Himmels Willen habe ich das nicht getan? Warum bin ich lieber zwei Monate mit Schmerzen durch die Gegend gelaufen und habe gewartet, bis sie unerträglich werden? Ich wüsste nur zu gerne eine Antwort, denn rational kann ich das nicht erklären. Angst oder Panik vor Arztbesuchen kenne ich auch nicht. Es gibt schlicht keinen Grund. Selbst schuld, keine Ausrede.
Heute abend also endlich der nötige Termin beim Arzt. Diesmal habe ich ein bisschen Angst, vor der Diagnose, vor der Möglichkeit einer Operation und vor einem eventuellen Anschiß dafür, dass ich so lange nicht gekommen bin. Aber eigentlich ist es ja nur verdient. (Ich würde mir ja selbst den Daumen drücken, aber genau das geht überhaupt nicht mehr mit dieser Hand.)
Schon seit einiger Zeit verfolge ich nun das Projekt Sugarfree, das Thomiez gestartet hat und inzwischen einige Anhänger hat. Seit gestern bin ich auch dabei. Sogar noch besser: ich konnte auch den Mann überreden überzeugen, bis zum ersten Advent auf Zucker zu verzichten.
Dabei geht es mir nicht um Gewichtsreduzierung. Sicher, die würde mir gelegentlich nicht schaden, aber da setze ich auf mehr Bewegung und insgesamt eine vernünftige Ernährung. Es ist auch nicht so, dass ich das Gefühl habe, extrem ungesund zu leben – ich denke, wir sind eigentlich gar nicht so schlecht dabei, wenn auch keine Engel. Was mir allerdings wirklich Unbehagen macht, ist der Stellenwert, den Zucker bei mir hat. Und dazu hole ich nun etwas weiter aus.
In meiner Kindheit bin ich mit relativ wenig Zucker aufgewachsen. Zu trinken gab es nur Mineralwasser. Süße Getränke (Fruchtsäfte eingeschlossen) waren genau wie Nachtisch jeder Art nur an Sonntagen gestattet, speziellere Dinge wie Cola gab es eigentlich ausschließlich an Geburtstagen und Feiertagen. Wir bekamen kein Taschengeld, so dass es auch keine Möglichkeit gab, sich selbst mit Süßigkeiten zu versorgen. Naschzeug beschränkte sich also auf Gelegenheiten wie Nikolaus oder auf die geteilte Tafel Schokolade von Oma. Daneben gab es zu bestimmten Anlässen, etwa bei „schlimmen“ Arztbesuchen oder besonders guten Noten, gelegentlich einen Kaugummi oder einen Schokoriegel.
Als ich als Jugendliche begann, eigenes Geld zu verdienen, begann ich auch damit, mir Süßes zu kaufen. Anfangs relativ wenig, schließlich waren die Finanzen bei zwei Nachhilfestunde pro Woche nicht üppig, und ich sparte gern. Später, in der Oberstufe, kam ich eine Zeitlang allerdings tatsächlich auf durchschnittlich 200g Schokolade pro Tag. Verhängnisvoll war wohl, dass mir diese täglichen 200g auch nach 2 Jahren (ja!) nicht anzumerken waren. Die Zähne waren wunderbar in Form und ich hatte Untergewicht wie eh und je, egal wieviel und was ich aß. Für mich gab es also keinerlei Grund, mein Verhalten zu ändern.
Dann kam das Studium, wo dank BAFöG das Geld eher knapp war. Zumindest so knapp, dass ich Naschzeug und süße Getränke meist unter „unnötige Ausgaben“ einstufte. Trotzdem gab es hin und wieder Süßes – und zwar leider meist nach dem ganz oder gar nicht Prinzip. Also keine Schokolade, wenn ich einfach keine kaufte, aber dann die ganze Tafel in einer Stunde inhaliert, wenn sie doch mitgenommen wurde.
Noch etwas später begann ich damit, besonders in Stresszeiten viel Süßes zu essen. Also immer dann, wenn Prüfungen anstanden und der entsprechende Lernaufwand samt Prüfungsangst mir die Schweißperlen auf die Stirn trieb. Auch hier wieder: solche Fresswochen hatten rein gar keinen Einfluß auf mein Gewicht. Heute weiß oder vermute ich, dass das an meiner Schilddrüse lag, aber das ist wieder eine völlig andere Geschichte. Jedenfalls ist Disziplin im Zusammenhang mit Schokolade & Co nicht meine Stärke.
Noch schlimmer finde ich allerdings, dass ich Süßes als Belohnung benutze. Für mich selbst. Wenn die Tage besonders stressig waren, wenn ich anstrengende Nächte hatte, dann „belohne“ ich mich gerne mit Zuckrigem. Da gönnt man sich dann ein großes Eis oder ein schönes Stück Schokokuchen und sagt sich dabei, dass man das nun ja auch wirklich verdient hätte bei so viel Stress. Sicher, es tut ganz gut, aber muss es wirklich immer der Zucker sein? Will ich das als Vorbild für den Knirps – dass man sich etwas vorgeblich gutes tut, indem man Süßes ißt? Dass es in Ordnung ist, ungesünder zu leben, wenn man sich unwohl fühlt? Vielleicht mache ich mir ja da viele Gedanken um nichts, aber mir gefällt diese Richtung nicht. Ich will nicht, dass der Knirps den Zucker als Stressflucht und Belohnungsmittel kennenlernt. Süßes – gerne, aber mit Genuß und Bedacht. Und nicht, wie ich letzte Woche mit krankem Knirps und krankem Mann und daraus folgendem Stress, zwei Tafeln Schokolade in zwölf Stunden, ohne dass es wirklich irgendetwas ändern würde.
Lange Rede, kurzer Sinn:wir beide wollen also in nächster Zeit auch auf Zucker verzichten. Den Zeitrahmen haben wir auf den ersten Advent gesteckt, um realistisch zu bleiben. Außerdem habe ich die Regeln für mich etwas angepasst: ich möchte auch auf Zucker im Kaffee und süße Brotaufstriche verzichten. Ich bin nämlich in solchen Fällen äußerst kreativ, was Regelumgehungen angeht, und rühre Nutella auch gerne in den Kaffee oder bestreue dann jedes Brot dick mit Zucker – und das ist nicht Sinn der Sache. Süße Getränke und Desserts sollen sowieso tabu sein. Ausnahmen dagegen möchte ich mir ein oder zwei mal die Woche gönnen, etwa einen selbstgebackenen Kuchen am Wochenende oder einmal eine heiße Schokolade mit viel Kakao und wenig Zucker an düsteren Herbstabenden. Für heute und gestern kann ich schon mal sagen: durchgehalten. Und noch bin ich auch für die nächsten vier Wochen motiviert.
Heute mittag kam der Allerbeste vorzeitig nach Hause – mit Schüttelfrost, hohem Fieber und Gliederschmerzen. Zunächst wurde erhat er sich dann ins Bett gesteckt, kühle Wadenwickel bekommen und eine Runde geschlafen. Einige Stunden später war allerdings das Fieber kaum niedriger, dafür hatte er nun mächtige Kopfschmerzen und leichte Halsschmerzen. Klassische Grippesymptome also: der plötzliche Beginn, das hohe Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei schleichendem Beginn und niedrigem Fieber geht man dagegen eher von einer Erkältung, also einem grippalen Infekt aus.
So. Und an was denkt man derzeit zum Thema Grippe? An Schweine. Also an die sogenannte Schweinegrippe, Neue Grippe, Influenza A, H1N1 und so weiter. Grundsätzlich nehme ich die allgemeine Schweinegrippepanik samt Impfdiskussion relativ gelassen. Noch gibt es hier in Deutschland und Europa wesentlich weniger Ansteckungsfälle und auch wesentlich weniger Todesfälle als jedes Jahr wieder bei der saisonalen Grippewelle. Natürlich ist sie trotzdem nicht ganz unbedenklich; so verläuft die Neue Grippe in Einzelfällen eben doch schwer, gerade bei Vorerkrankungen, und erwischt im Gegensatz zur „normalen“ Grippe wohl überdurchschnittlich häufig auch junge, gesunde Menschen. Aber insgesamt ist das ganze vermutlich sogar harmloser, da bisher milder verlaufend, als die gewöhnliche Grippe.
Aber egal, ob mit Schwein oder ohne: für einen 8 Monate alten Säugling, der außerdem seit 10 Tagen mit einem hartnäckigen Husten kämpft, ist jede (echte) Grippe unerwünscht. Und so war ich ganz froh, dass es dem Mann offenbar so dreckig ging, dass er freiwillig einen Arzt aufsuchen wollte. Neuen Arzt gesucht, neuen Arzt gefunden und sofort vorbeikommen dürfen.
Das Ergebnis lautet, dass es sich wohl tatsächlich um eine waschechte Grippe und nicht nur einen grippalen Infekt handelt. Und ganz wie ich das erwartet hatte, ist dabei völlig unerheblich, ob es nun die Schweinegrippe ist oder nicht. Wenn der Erkrankte nicht zu bestimmten Risikogruppen gehört (wie etwa Schwangere oder Menschen mit schweren Vorerkrankungen) und nicht ungewöhnlich schwer erwischt wurde, dann wird die Grippe in beiden Fällen nur ganz normal symptomatisch und mit Hausmitteln behandelt und keine speziellen Grippemedikamente gegeben. Aus diesem Grund wird normalerweise auch kein (teurer und aufwendiger) Labortest durchgeführt – wozu testen, wenn die Therapie sich sowieso nicht ändert?
Also wurde er mit Medikamenten gegen die inzwischen auch aufgetretene Übelkeit, einer Krankschreibung und vielen guten Tips wieder nach Hause geschickt. Der Arzt ist optimistisch, dass der Knirps und ich eine Ansteckung vermeiden können, wenn wir uns alle brav die Hände desinfizieren und auf Abstand bleiben. Ich habe zwar im Hinterkopf immer noch ein klitzekleines Fitzelchen Angst davor, dass der Knirps das abkriegen könnte (und zwar wieder ganz unabhängig von Schwein oder nicht) und dann eben doch schwerer leiden würde als wir Erwachsenen – aber es wird schon werden. Morgen wird jedenfalls Hühnersuppe für’s Krankenlager gekocht, wir halten brav den gegebenen Sicherheitsabstand ein und sorgen für frische Luft und feuchtgehaltene Nasen. Und dann bringen wir die Sache hinter uns, ob es nun eine Schweinegrippe ist oder die andere.
(Außerdem morgen früh: Arzttermin für den Knirps wegen immer stärker werdendem statt abflauendem Husten, immerhin dauert das nun schon 11 Tage. Und ich könnte auch noch gleich gehen, mein Husten tut nämlich das gleiche und lässt Mutter mit Sohn gemeinsam keuchen und nach Luft schnappen. Damit es sich auch lohnt.)
Der Knirps ist 8 Monate und 17 Tage alt.
Es ist erst ein paar Tage her, dass wir hier darüber sprachen, dass der Knirps motorisch eher von der schnelleren Sorte ist, dafür aber keine Anstalten macht, sprachliche Fortschritte zu zeigen. Nein, keine Sorge, wir sahen und sehen das als normal und unbedenklich und überhaupt an – Schwankungen von ein paar Monaten bei der Entwicklung sind ja in jedem Einzelfeld völlig im Rahmen. Und wen interessiert später schon außer den sentimentalen Eltern beim Babyalbumblättern, wann das erste „bap„, das erste Wort und der erste Satz kam? Es war eben nur so eine Feststellung.
In den letzten Monaten beschränkten sich seine Lautäußerungen auf alle Variationen von aaaahh, heeeyy, eeeeeee, äähee, eieieiei… Sie verstehen schon. Viel ei und a und e. Eigentlich war es für uns erstaunlich genug, was er mit diesen paar Vokalen alles ausdrücken konnte. Ein fröhliches heyjaheyja mit gleichzeitigem auf- und abhüpfen gibt es, wenn er sich über etwas freut – über das Frühstück etwa oder Mama, die zur Tür herein kommt. Mit langgezogenem heyyyyy und großem Lächeln werden tatsächlich Leute begrüsst oder auch das tolle Spielzeug, das er gerade entdeckt hat. In unbekannten Räumen, besonders solchen mit Halleffekt, ruft er immer wieder laut ha? und sieht mich dabei fragend an. Ein langes, vorsichtiges eeeeeeh bedeutet in den meisten Fällen ein latentes Unwohlsein, etwa wenn Fremde zu nahe heran kommen oder das Wasser der Dusche (ja, er lässt sich duschen!) zu kühl ist. Und das ist nur ein Ausschnitt.
Als hätte der Knirps uns gehört, plappert er plötzlich ganz neue Dinge. Seit vorgestern wird nach jedem, wirklich jedem Bissen beim Essen mmmmmmhh gemacht. Ich muss mich ja ehrlich gesagt jedesmal schwer beherrschen, weil es so sehr nach mh, das ist aber lecker klingt und er dabei weiter begeistert an Pflaume oder Brotscheibe knabbert – am liebsten würde ich laut loslachen und ihn anknabbern, wie er da so im Stuhl sitzt und vor sich hin mmhhht. Daneben gibt es seit neuestem hömma, emma, mmma, bmma, blll, babababa, bäbäbä oder blam. Das ganze gerne auch in Form ausführlicher Selbstgespräche: blllll höööömma bababa mmmm…
Selbstverständlich ist es immer noch ganz egal, wann oder wie schnell er sprechen lernt und was das erste bewusste Wort eines Tages sein wird. Aber ich, ich sitze trotzdem verzückt neben unserem kleinen großen Knirps und lausche seinen Plappereien, als würde er die spannendsten Geschichten der Welt erzählen. Und ich glaube, das ist gut so.
Ich hatte ja schon erwähnt, dass mich diese kleinen Netbooks nicht mehr loslassen. Immerhin bin ich ehrlicherweise von „so ein Quatsch“ nun auf die Anfertigung von Pro-Contra-Listen umgestiegen. Wollen wir also mal sehen:
PRO
Netbooks sind klein und leicht. So klein, dass sie problemlos in meine So.oder.So oder jede andere meiner Taschen passen, ohne gleich zusätzliches Riesengepäck schleppen zu müssen. Man kann sie außerdem auch auf den ausklappbaren Zugtischen oder einem Eck vom Esstisch abstellen und braucht nicht gleich einen halben Quadratmeter Schreibtischfläche. Und ich gebe zu, ich finde diese Größe ja auch irgendwie putzig.
Netbooks (zumindest die, die ich im Auge habe) sind für etwa 300 EUR zu haben. Also nicht mal das doppelte von dem, was ich für einen läppischen zugegebenermaßen ziemlich tollen MP3-Player ausgegeben habe. Der kann allerdings nicht viel mehr als Musik machen. 300 EUR, das ist zehn mal zu zweit Essen gehen oder eineinhalb Esszimmertische. Gerade halb so viel, wie ein annehmbares Notebook oder ein Desktop-PC kosten würden. Wesentlich weniger, als uns unser Urlaub gekostet hat.
Netbooks kann man überall hin mitnehmen. Dank der Größe (siehe oben) könnte ich so ein Computerchen immer in die Tasche stecken und beispielsweise die Fahrzeit in der U-Bahn zur Arbeit ab Januar mehr oder weniger sinnvoll nutzen. Ich könnte, wo wir doch jetzt Garten und Terasse haben, mit hochgelegten Beinen in der Sonne sitzen und dort emails schreiben oder bloggen, statt im dunklen Kämmerlein. Ich könnte abends neben dem Allerbesten auf dem Sofa sitzen, der gerne noch ein wenig fernsieht, und in trauter Zweisamkeit währenddessen meine Blogliste durchsehen. Ich könnte tagsüber surfen und schreiben, während ich sowieso nur nutzlos neben dem Knirps sitze, wenn er gerade mal wieder ganz friedlich alleine spielen möchte und nichts als meine Anwesenheit braucht, und meine abendliche Freizeit dafür anders nutzen. Ich habe sogar schon überlegt, ob die Reichweite unseres WLANs sich wohl bis auf den direkt nebenan gelegenen Spielplatz erstreckt.
CONTRA
Netbooks sind klein und leicht. Das bedeutet auch, dass der Bildschirm ziemlich klein ist – für Internet und gelegentliche Texte wohl noch gut nutzbar, aber Bildbearbeitung oder gar Arbeiten für den Job scheiden wohl aus. Nicht umsonst bin ich letztes Jahr von meiner 19-Zoll-Röhre auf 21-Zoll-TFT umgestiegen. Genauso die Tastatur. Aus meiner Anfangszeit im Job weiß ich, dass meine Handgelenke empfindlich auf unergonomische Tastaturanordnungen reagieren. Gut, das waren damals mehr als 8 Stunden tägliches Dauertippen. Trotzdem – ob ich mit einer noch kleineren, schnurgeraden Tastatur auskomme? Selbst zum Bloggen und Emailen (was ja bei mir durchaus größere Ausmaße annehmen kann)? Klein heißt außerdem, dass Dinge wie ein DVD-Laufwerk, die in jedem Notebook zu finden sind, eher die Ausnahme sind und auch bei der restlichen Ausstattung gespart wird.
Netbooks kosten etwa 300 EUR. Das ist immerhin soviel wie 10 mal Essen gehen zu zweit – fast ein ganzes Jahr für uns. Oder ein halbes wenigstens. Für das doppelte Geld bekommt man schon ein voll ausgestattes Notebook mit wesentlich mehr Arbeitsspeicher, Leistung und Festplattenplatz, außerdem mit großem Bildschirm und oft noch besserer Laufzeit. 300 EUR sind in Zeiten, in denen wir bald nicht einmal mehr unsere aktuellen Ausgaben vom eingeschränkten Teilzeitgehalt decken können und vom Sparkonto leben, eigentlich eine Menge Geld. Für Spielzeug, denn ich habe ja einen funktionsfähigen, fast neuen PC hier.
Netbooks kann man überall hin mitnehmen. Aber will ich das denn? Ich muss zugeben, dass ich sowieso schon verhältnismäßig viel Zeit am PC verbringe, hauptsächlich dem Bloggen geschuldet. Ich finde das nicht grundsätzlich schlimm. Es ist, solange man den Rest seines Lebens nicht vernachlässigt, ein Hobby wie jedes andere. Manche Leute gärtnern ganze Wochenenden oder reiten jeden Tag, andere stricken und malen, und ich blogge zur Zeit eben relativ viel (aber bei weitem nicht nur, zum Glück, ich habe auch andere Hobbys). Trotzdem bleibt die Frage, ob mehr Mobilität denn wirklich gut für mich wäre. Wie groß ist die Gefahr, dass ich dann überall mal eben kurz am Netbook hänge, nur weil es jetzt geht? Dass ich abends immer einen Finger an der Tastatur habe, ob ich nun auf dem Sofa sitze oder nicht? Muss man unterwegs online sein?
Da steh’ ich nun, ich armer Tor, und bin so schlau als wie zuvor…
Heute nacht ist mal wieder Zeit für die Zeitumstellung von Sommerzeit auf Normalzeit. Ob vor oder zurück, das weiß wohl kein Mensch auf Anhieb, und überall findet man mehr oder weniger hilfreiche Eselsbrücken. Dass man beispielsweise im Frühjahr die Gartenmöbel vor das Haus stellt und sie im Herbst wieder zurück ins Haus bringt. Oder die englische Variante: spring forward, fall backward .
Ich hatte allerdings seit Jahren meine ganz eigene Merkhilfe. Vor 14 Jahren nämlich, als ich zarte 17 Jahre alt war, da war die Zeitumstellung noch am letzten Sonntag im September, und ich war an diesem Wochenende unterwegs. Die genauen Umstände spielen keine Rolle und sind auch wenig erinnerungswürdig, aber Tatsache ist, dass ich in dieser Nacht zum ersten Mal richtig geküsst wurde. Oder zum ersten Mal küsste, wie auch immer man das sehen mag. Und wie das so ist in diesem Alter, schwebte ich die ganze Nacht auf rosa Wolken und genoß diese Stunde, die uns da zusätzlich geschenkt wurde. Da war noch ein langer Spaziergang mit klarer Sicht auf viele Sterne und großen Mond. Der Mann dazu war allerdings nicht mal diese eine Stunde wert, was mir bedauerlicherweise erst einige Zeitumstellungen später klar wurde. 17 eben und naiv. Aber das ist eine andere Geschichte.
Geblieben ist mir bis heute, obwohl ich an dieser Erinnerung wahrlich nicht absichtlich festhalten möchte und sich das ganze eher ungewollt verselbständigt hat, dass ich zu jeder Zeitumstellung an die geschenkte Stunde im Herbst denke und damit weiss, dass im Herbst die Uhr zurück, im Frühjahr vor gestellt wird. Nutzt sie gut, diese Stunde. (Ich dagegen werde von der diesjährigen Zeitumstellung wohl nur bemerken, dass der Knirps in den nächsten Tagen nicht um 7, sondern schon um 6 spielen und plappern möchte. Freuden der Elternschaft, oder so.)
Wir sind wieder zuhause. Zwei Wochen, viele Erlebnisse, viel zu erzählen. Kurz fassen kann ich mich eh nicht, aber ich versuche es wenigstens ansatzweise..
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Das Familienhotel für die erste Woche war jeden
teurenCent wert. Ehrlich. Wir waren da ganz sicher nicht zum letzten Mal, auch wenn ich mir vorher noch nicht sicher war, ob das überhaupt was für mich ist. Mag sein, dass meine Euphorie auch daher kommt, dass ich noch nie vorher in irgendeinem Hotel Urlaub gemacht habe – aber das war so schön. Man nehme luxuriöse Schlemmermenüs der gehobenen Art mit 4 Gängen und Kerzenlicht, Schwimmbad und Sauna im Haus, überfreundliches Personal und eine wunderschöne Landschaft. Dann mische man dazu eine Umgebung, in der Kinder mit dem Bobbycar durch die Gänge fahren dürfen oder im riesigen Spielzimmer wahlweise mit Eltern spielen können oder betreut werden, wo von Buggy bis Babylätzchen und Babybademantel (so süss!) alles bereit liegt, wo an fast jedem Tisch ein Hochstuhl steht und niemanden stört, dass Kinder auch bei Kerzenlicht kreischen und Essen fallen lassen – et voila. Das Elternparadies. Aber dazu werde ich irgendwann wohl nocheinen extra Berichteine gesonderte Lobeshymne tippen. -
Als ich den Urlaub plante, dachte ich ja eher an leichte Bergwanderungen im Spätherbst. Hätte mir jemand gesagt, dass wir den größeren Teil des Urlaubs in mindestens 30 cm Neuschnee verbringen, dann wären meine Überlegungen zum passenden Urlaubsort vielleicht anders ausgefallen. Zumindest vorher. Denn als wir dann plötzlich mittendrin waren in dieser verschneiten Traumlandschaft, da war es einfach nur perfekt. Wunderschön.
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Was gibt es allerdings dort, wo viele Kleinkinder sich tummeln, als Gratiszugabe? Viren jeder Art. Wir haben uns also ein paar davon in die zweite Urlaubshälfte mitgenommen und sind alle drei immer noch nicht ganz auskuriert. Mich plagen hartnäckige Kopf- und Halsschmerzen, während der Knirps gerne seine Nase an meinem Shirt abwischt und mich nachts mit rekordverdächtigen Hustenattacken wachhält. Aber es wird, es wird.
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Der Knirps hat mal wieder allerlei gelernt in dieser Zeit. Krabbeln beispielsweise. Noch krabbelt er zwar nur ein paar „Schritte“ und robbt dann den Rest, aber es funktioniert vom Prinzip her schon mal. Und aufstehen – er steht, wo immer er kann, nur ein paar Sekunden und recht breitbeinig, aber er steht. Gerne an meinem Hosenbein, am Autositz, an Küchenschränken, an.. an allem eben. Wenn er gerade nicht steht, dann kniet er meist oder verharrt in einer sehr galant anzusehenden Position, auf einem Knie und das andere Bein aufgestellt. Hilfreich für die Fortschritte war bestimmt, dass im Gegensatz zum heimischen glatten Laminatboden im Hotel überall Teppichboden auslag.
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Die vielen Fahrten wegen dreigeteiltem Urlaub mit Heimatbesuch haben wir, oder besser der Knirps, gut überstanden. Mustergültig hat er die meiste Zeit im Auto verschlafen und war sonst erträglich gut gelaunt. Das Erfolgsrezept: dann losfahren, wenn er zum ersten Vormittagsschlaf bereit ist; keine Fahrzeiten über 3,5 Stunden; Mama mit Fähigkeit zum Stillen im Autositz für Notfälle
oder: wie man anatomische Eigenheiten gewinnbringend nutzt; Bilderbücher, Wasser und Knabbereien für den Knirps unterwegs. -
Heute hat der Knirps wohl sein Zuhause erst mal nicht wieder erkannt. Jedenfalls hat er genauso auf die Wohnung reagiert, wie er das in den letzten Wochen auf jede der drei vorübergehenden Behausungen getan hat: anfangs nur bei Mama auf dem Arm und unruhig, dann langsam ruhiger mit mißtrauischem Beobachten der Umgebung, nach einigen Stunden friedliches Spielen. Und freundlicherweise schläft er in jedem beliebigen Bett gut, solange wir nur dabei sind.
Jetzt haben wir noch zwei Tage zum wieder ankommen, zuhause ausruhen, trödeln und faulenzen und 964 Beiträge im Feedreader lesen, bevor uns der Alltag wieder hat. Allerdings ein Alltag mit Horizont: in sechs Wochen beginnt die Elternzeit des Allerbesten, und alles wird anders…

