Klinikwahl, die erste

Ich bin seit heute in der 24. Schwangerschaftswoche.

Langsam aber sicher wird es Zeit, sich zumindest einmal unverbindlich nach einer geeigneten Entbindungsklinik umzuschauen. Auf dem Land, wo ich aufgewachsen bin, wäre das ja noch relativ einfach: fahre ich 20 km in die Richtung, 30 km in die andere oder 40km zur nächsten Uniklinik? Aber hier in München hat man die Qual der Wahl. Es gibt eine ganze Menge Kliniken, die in Frage kommen, und da sich offenbar das Geschäft mit Entbindungen lohnt, buhlen diese auch mit ausführlichen Infoabenden und weiteren Angeboten um die zukünftigen Mütter.

Für mich gibt es zunächst mal ein ganz wichtiges Kriterium: es kommen nur Krankenhäuser in Frage, die über eine Neugeborenen-Intensivstation verfügen. Damit scheiden so einige kleinere Kliniken aus, Geburtshäuser und Hebammen-Geburtspraxen sowieso. In dieser Hinsicht bin ich Sicherheitsfanatiker; wenn alles gut geht, wunderbar, aber für den unwahrscheinlichen Fall dass nicht, möchte ich mich und mein Kind sofort versorgt haben.

Die weitere Auswahl ist schon schwieriger: richtet man sich nach der Atmosphäre? Der Kreissaaleinrichtung? Der Wochenstation? Oder einfach nach Entfernung von zu Hause bis zur Klinik? Immerhin habe ich auch nach dem oben genannten Ausschlußkriterium noch mindestens 6 oder 7 Kliniken zur Auswahl. Also waren wir vorgestern beim ersten Infoabend im Rechts der Isar.

Erst mal war ich überrascht: ich hatte mit einer kleinen, kurzen Veranstaltung gerechnet; stattdessen saßen dort geschätze 80 Schwangere mit oder ohne Partner, die sich den ausführlichen Vortrag von Hebamme, Stationsarzt und Kreissaalärztin angehört haben. Manches hat man auch sonst wo gelesen und war eher allgemein gehalten, anderes war speziell zur Klinik und damit sehr interessant. Anschließend konnte jeder ganz konkrete Fragen stellen: wie hoch ist hier die Dammschnittrate? Wann muss ich mich anmelden? Die Werbemaschinerie ist nebenbei auch schon angelaufen, es gab Säfte von Hi.pp und Unmengen von Infobroschüren und Pröbchen zum mitnehmen.

Die fachlichen Infos haben mich recht positiv gestimmt; Dammschnitte werden so weit wie möglich vermieden, die Uniklinik ist natürlich auf alle möglichen Eventualitäten gut eingestellt, soweit alles ganz gut. Die Kreissäle befinden sich nach einem Umbau (sah alles recht neu aus) im Keller; nicht gerade Wellnesshotel, aber ich denke, das wird mir in dem Moment sowas von egal sein. Abgeschreckt hat mich aber dann die Wochenstation: Dusche und WC sind auf dem Gang (gut, das ist leider oft der Fall), alles ist nicht gerade neu und hübsch (auch da will ich von einem Krankenhaus nicht zuviel verlangen, aber es macht eben einen düsteren Eindruck) und: Besuchszeiten sind von 9-10:30 und von 14-21 Uhr. Anscheinend auch für Väter! Das hat mich unglaublich abgeschreckt. Ich will ja am liebsten sowieso ambulant entbinden, aber wenn das nicht klappt, dann kann ich mir absolut nicht vorstellen, dass ich in so einer Extremsituation kurz nach der Geburt meinen Allerbesten über Mittag wieder wegschicken muss, egal wie es mir geht…Noch dazu habe ich schon öfter gelesen, dass die Unterstützung zum Stillen und so weiter auf der Wochenstation nicht die beste ist.

Fazit: nächste Woche kommt die nächste Klinik dran. Wir haben ja Zeit.

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4 Gedanken zu “Klinikwahl, die erste

  1. ehefrau

    ihr wart nicht zufällig in der uniklinik in ulm??? :D
    da hab ich entbunden, und da waren auch die klos im flur, und die duschen und bidets auch :D

    [schussel]: Nein, wie schon gesagt – München, Rechts der Isar. Klo im Flur wäre ja noch nicht so schlimm, aber das Gesamtbild der Wochenstation hat mich einfach nicht gerade überzeugt.

    Antwort
  2. Mama Jana

    Für mich war es während der Schwangerschaft auch wichtig, wo ich entbinden werde. Letztendlich ist es eine andere Klinik geworden, als gedacht, da wir vor der Geburt noch kurzfristig aufs Land gezogen sind. Ich habe in einer ganz modernen Klinik entbunden, mit großen hellen Räumen. Aber das war nicht das wichtigste.
    Wichtig war, dass mein Partner rund um die Uhr bei mir sein durfte, dass mein Baby nachts bei mir im Bett schlafen kann (Rooming-in-System). Ich hätte es auch über Nacht abgeben dürfen, was ich aber gar nicht wollte.
    Das alle Hebammen das Stillen unterstützen und mir dabei helfen. Was sie in den ersten zwei Tagen unermüdlich getan haben!
    Und mir war wichtig, dass die Geburtsstation keine Krankenhausatmosphäre hat und das war auch nicht so.
    Insgesamt habe ich nur Positives erlebt. Zwar hatte ich auch einen Dammschnitt und das ist sehr schmerzhaft, aber letztendlich kein Kriterium, denn wenn er gemacht werden muss, dann ist es halt so.
    Dann viel Glück beim suchen, du weißt ja: “wer die Wahl hat, hat die Qual”, manchmal ist es einfacher nur zwei Möglichkeiten zu haben :-)

    [Schussel]: Ja, so geht es mir auch – mir wäre eben wenn ich schon da bleiben muss, sehr wichtig, dass dann alles passt (Stillen, Rooming-in etc.). Rooming in gibt es dort zwar und wohl auch in den meisten anderen Münchner Kliniken, aber dass der Vater immer da sein kann? Das wäre ja Luxus! Habe leider noch kein Haus gefunden, wo das geht.

    Antwort
  3. frau kollegin

    mir war im vorhinein das wichtigste: ein krankenhaus, in dem es max. zweibettzimmer gibt. mit kind ist man dann eh zu viert. und dann noch besuch…

    habe eines gefunden, wo es familienzimmer gibt, sprich, der mann konnte auch dort übernachten. was besonders notwenig war, weil es bei mir ungeplanterweise ein kaiserschnitt wurde und man sich zwei tage mal gar nicht bewegen kann.

    und da sonst auch alles dort gepasst hat, bin ich jetzt wieder dort angemeldet.

    Antwort

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