Das war’s (erstmal)

2008 Dezember 13

Gestern hatte ich meinen vorerst letzten Arbeitstag. Ab heute bzw. Montag: Resturlaub, dann Mutterschutz, dann Elternzeit. Ich habe noch alles gut hinter mich gebracht; der PC ist aufgeräumt wie noch nie, Backup gemacht, ich habe meine letzten Akten ganz gut zu Ende gebracht, und der Tag ist einfach so entspannt ausgeklungen. Einen großartigen Abschied mit Kuchen und Zeugs habe ich mit Absicht nicht veranstaltet. Das wäre mir auch irgendwie seltsam vorgekommen, schließlich verabschiede ich mich ja nicht auf ewig, sondern komme definitiv nächstes Jahr wieder. Kuchen gibt’s dann eher, wenn ich den Knirps in einigen Wochen meinen Kollegen vorstelle. Und ich musste mich auch noch nicht wirklich verabschieden, weil wir nächste Woche noch unsere Weihnachtsfeier haben.

Jetzt ist es einfach irgendwie komisch. Naja, zumindest im Kopf, denn heute fühlt es sich vom Gefühl her erst mal an wie ein ganz normales Wochenende: ausruhen von der Arbeitswoche, ein paar Dinge erledigen, der Allerbeste arbeitet, morgen gemütlich ausschlafen. Auch dass ich dann am Montag nicht arbeiten muss, geht ja noch in den Kopf – man hat ja auch sonst schon mal ein paar Tage einfach so Urlaub. Dass ich aber auch in den Tagen und Wochen und Monaten darauf nicht mehr zur Arbeit gehen werde, ist noch nicht so ganz real bei mir angekommen. Gestern abend stand ich an der U-Bahn und dachte mir, hier wirst Du in nächster Zeit nur noch äußerst selten fahren. Die Strecke, die ich im Schlaf kenne und wo ich mich seit dreieinhalb Jahren morgens und abends mit den anderen Städtern nach Hause oder in die Arbeit treiben lasse. Schon das war ein ganz seltsames Gefühl. Dabei ist es doch nur die U-Bahn. Genauso beim Mittagessen besorgen, als ich mir dachte: in nächster Zeit kannst Du einfach daheim was essen. Immer. Jeden Tag. Oder heute, als ich überlegt habe, dass ich unbedingt noch zur Post gehen wollte, bis mir einfiel, dass ich das nicht mehr zwingend am Samstag morgen erledigen muss – jetzt geht auch Montag oder Mittwoch oder wann ich gerade Lust habe.

Und auch sonst, wie wird es mir ohne die Arbeit gehen? Ohne den täglichen Stress und Termindruck kann ich ja durchaus mal ein paar Wochen leben, und bestimmt auch ein paar Monate. Außerdem kommt ja hier zuhause schon sehr bald eine ganz neue, ganz andere Aufgabe auf mich zu und auch ganz neuer Stress. Aber wie wird es sein, naja, geistig nicht mehr jeden Tag so sehr gefordert zu sein? Kein kleines Erfolgserlebnis mehr zu haben, weil man ein kniffliges Problem endlich doch zufriedenstellend gelöst hat? Tagsüber keine kurzen Gespräche über Politik, Belangloses, Fachliches zu führen, einfach so für ein paar Minuten? Keine Diskussionen mehr beim Mittagessen, egal wie nervig das manchmal war? Statt dessen werde ich zwar voll beschäftigt sein, mit dem Knirps, aber trotzdem mehr oder weniger alleine hier sitzen. Der Allerbeste tut mir schon jetzt leid, vermutlich wird er dann abends von mir totgequatscht, wenn ich sein einziges Überlaufventil bin.

Grundstimmung also momentan noch: seltsam. Abwartend. Ich bin trotzdem neugierig, was mir diese Zeit bringen wird. Eben alles ganz anders und alles ganz neu und auf seine eigene Art sehr aufregend.


  1. 2008 Dezember 13

    So wie du klingst wird dir deine Arbeit bestimmt in Kürze fehlen … aber ich hoffe du findest Enstpannung bis dahin und ich wünsche dir einen tolle Geburt und Freude an deiner Familie und deinem Kind.

    Liebe Grüße

  2. 2008 Dezember 14

    Hach schön, dann hast Du jetzt auch erstmal frei und Ruhe und Entspannung. Darauf stossen wir an! :) Ich denke, das wird sich alles irgendwie einspielen, wenn der Nachwuchs ersteinmal da ist und alle verzaubert hat. Gelegenheit für kurze Schwätzchen tagsüber finden sich sicher, es gibt doch solche Mütter-Cafés und so weiter (nicht dass ich mich damit auskennen würde, aber man hört doch immer wieder von sowas ;) )! Ihr habt hoffentlich einen tauglichen, wendigen Kinderwagen gekauft, dann musst Du ja nicht den ganzen Tag nur daheim hocken. 8)

  3. 2008 Dezember 15

    Glückwunsch zur arbeitsfreien Zeit. Und glaub mir, die Tage werden nur so dahinfliegen und wirkliche Langeweile wird mit Sicherheit nicht aufkommen. Genieß die Zeit, solange das Muckelchen noch im Bauch ist. Und dann lass es auf Dich zukommen. :-)

  4. 2008 Dezember 15

    Ich fand das im Februar so toll, als ich nicht mehr zur Arbeit musste. Vor allem, weil mir irgendwann alles weh tat, ich auf meinen Bürostuhl nicht mehr sitzen konnte, jeden Tag Mittagschlaf gebraucht hätte, weil ich soooooo müde war… und was war in der ersten arbeitsfreien Woche? Wir sind gleich erst einmal umgezogen und bis zur Geburt habe ich in der neuen Wohnung gearbeitet. Und nach 5 Wochen war unser Baby schon da. Daher genieße noch die Zeit (ich weiß das sagt jeder, aber es ist so :-) ), denn du weißt ja nicht, ob es nicht 1-2 Wochen eher kommt… ich bin so gespannt, was es wird….

  5. 2008 Dezember 16

    @bellila: Willkommen :)
    Ja, mag sein, dass mir die Arbeit fehlen wird. Aber erstens ist das ja nicht für immer und zweitens werde ich in ein paar Wochen so gut beschäftigt sein, dass daran erst mal kein Gedanke mehr aufkommt.

    @Ansku: jep, das ist mein Plan. Nur nicht alleine daheim versauern. Ich bin mir nur noch nicht so sicher, ob es in Müttercafes und Krabbelgruppen auch mal Themen gibt, die sich nicht um die Kinder drehen… aber abwarten und Tee trinken.

    @sternchenjg: Mach ich. Alles davon!

    @Jana: Wie meinst Du, was es wird? Bei uns? Oh, das habe ich irgendwo zwischendrin mal erwähnt: es wird ein Herr Knirps!
    Und klar, die praktischen Seiten des Mutterschutzes genieße ich auch. Ich konnte auch nicht mehr so gut sitzen und habe gestern nachmittag erst mal drei Stunden geschlafen.

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