Der Rat der Altvorderen

ami hat gerade einen interessanten Beitrag zum Thema Mütter damals und heute geschrieben, zu der Frage, ob wir uns heute zuviele Gedanken um Kinder und Erziehung machen und ob wir mehr auf die Ratschläge der Generationen vor uns hören sollten. Auch Svenja schreibt, dass früher das alles einfacher gewesen sei. Eigentlich wollte ich ja nur bei beiden kommentieren, aber dann wurde das ganze länger und länger.

Denn vieles von dem, was da geschrieben ist, nehme ich völlig anders wahr. Mag sein, dass die meisten Mütter heute viel lesen, ob in Ratgebern oder in Internetforen. Dennoch kenne ich persönlich beispielsweise gerade nicht, dass man als schlechte Mutter bezeichnet wird, wenn man sich nicht informiert – es ist zumindest in meiner Umgebung längst ins Gegenteil umgeschlagen. Wie oft wurde mir schon erklärt, ich müsse doch mehr auf meine Intuition hören, auf meine “Muttergefühle” und auf meinen Bauch, und das ganze Lesen und Informieren und Nachschlagen würde den Kindern doch mehr schaden als nützen. Manchmal wird getan, als wäre die eigene Intuition der einzig wahre Ratgeber, und wer dem Kopf mehr traut, der ist irgendwas zwischen hysterisch, gefühllos und übermutternd. Ich persönlich glaube nicht, dass es schadet, ganz im Gegenteil. Doch warum ich nur begrenzt etwas von Bauchgefühlen und viel von Fakten halte, ist wieder ein ganz eigenes Thema. Dazu anderes mal mehr.

Ebensowenig denke ich, dass die Eltern von heute sich nicht mehr an die vorigen Generationen wenden, wenn sie Fragen haben. Ich glaube nur, dass sie sich nicht mehr ausschließlich an Eltern und Großeltern wenden. Früher war das, was wir heute insbesondere durch das Internet haben, schlicht nicht möglich. Da waren die einzigen Ansprechpartner nun mal Freunde, Nachbarn, Eltern, Großeltern und vielleicht noch der Hausarzt. Natürlich hat das dafür gesorgt, dass die Meinungen relativ eingeschränkt waren. Nicht, weil es nicht verschiedene Meinungen gegeben hätte, denke ich – sondern weil jeder nur aus seinem direkten Umfeld lernen konnte, was große Abweichungen lokal fast unmöglich macht. Aber war es deshalb wirklich einfacher, wie in den zitierten Beiträgen behauptet wird? Ich glaube nicht. Vielleicht hat es mancher so erlebt, aber sicher nicht alle.

Jedenfalls habe ich von meiner Mutter (mit der ich tatsächlich genau über solche Dinge rede) ganz anderes gehört. Sie hat beispielsweise erzählt, wie schwierig es für sie war, nur die Ansichten ihrer eigenen Familie zu kennen – im Freundeskreis war sie wohl die erste oder eine der ersten mit Kind, Geschwister mit Kindern hatte sie auch keine. Sie hat mir erzählt, wie verunsichert sie war, weil ihre eigene Mutter vieles für falsch hielt, was sie mit mir gemacht hat. Und ich bin mir recht sicher, dass es ihr besser gegangen wäre, wenn sie von irgendwo, meinetwegen aus dem Internet, Zuspruch oder Informationen über ihren Weg der Erziehung bekommen hätte. Wenn sie nicht eingeschränkt gewesen wäre auf ihr direktes Umfeld vor Ort.

Ich glaube nicht, dass die Generationen vor uns sich generell weniger Gedanken um Erziehung und Kinder gemacht haben. Schon aus dem alten Rom gibt es ausführliche Diskussionen um die unerzogene Jugend – da kann keine Rede sein von “keine Gedanken machen”. Sicher gibt es Leute, die mehr um ihre Kinder kreisen (im positiven wie im negativen Sinne), aber die gibt es meiner Ansicht nach heute genau so wie damals. Gab es nicht gerade früher genügend Frauen, die keinen Job neben der Familie hatten, sondern ganz für Haushalt und Kinder da waren, ihr Leben lang? Das ist gar nicht wertend gemeint. Aber dass so manche Mutter, die ihr ganzes Leben mit ihren Kindern verbracht hat, wirklich so viel weniger um ihre Kinder gekreist sein soll, fällt mir schwer zu glauben. Vielleicht nur auf andere Weise. Und gab es nicht auch früher schon Ratgeber? Ab und an kursieren doch diese wundervollen Ausschnitte aus den Ratgebern für die gute Hausfrau, die ihrem Mann die Pantoffeln herauslegen soll und die Kinder vor Ankunft des Familienoberhaupts nochmal in Schale werfen muss. Auch Erziehungsratgeber (allerdings in einer Form, die uns heute große Belustigung bringt) habe ich bereits bei meiner Oma gesehen – da wird erklärt, wie das brave Kind zur Ordnung erzogen werden soll und zum Gehorsam. Irgend jemand wird das alles wohl gelesen haben. Auch wenn es heute keiner gewesen sein will.

Um nochmal auf meine eigenen Eltern zurück zu kommen: auch wenn es nur ein Einzelbeispiel ist, finde ich deren Fall ich für diese Diskussion sogar ziemlich interessant. Und zwar deshalb, weil sie salopp gesagt in mehreren Generationen Kinder groß gezogen haben. Mich, Ende der Siebziger, meinen jüngsten Bruder jetzt im neuen Jahrtausend, fast 25 Jahre später, und dazwischen noch sechs andere. Mir ist eindrucksvoll in Erinnerung geblieben, was meine Mutter vor kurzem meinte, als wir vom Schlafen, vom Schreien lassen und vom Essen sprachen: “Hätte ich damals bei Dir schon gewusst, was ich jetzt beim jüngsten alles weiß, dann wäre so vieles einfacher gewesen. Aber ich hatte ja keine Möglichkeiten, mich darüber zu informieren.” Und sie war damals offenbar keinesfalls weniger hin- und hergerissen als es Mütter heute sind. Sie fühlte sich beispielsweise schlecht, weil eben ihr direktes Umfeld der Meinung war, man dürfte seine Kinder auf keinen Fall mit ins Bett nehmen, und hat sich daran so lange gehalten, bis es ihr nach vielen Monaten Nachtstress zu viel war. Die jüngeren von uns dagegen hatte sie dann von Anfang an bei sich, weil sie inzwischen aus Ratgebern und aus den Erfahrungen vieler anderer Eltern per Internet weiss, dass sie damit nichts schlechtes tut. Genauso verhielt es sich mit dem Füttern, dem Herumtragen, mit so vielen anderen Dingen, von denen sie mir berichtet. Immer ist der Tenor: das haben wir ja damals nicht gewusst. Das hat uns ja keiner gesagt.

Und nicht nur meine Mutter denkt so. Auch von meinen Großeltern habe ich schon ähnliche Kommentare gehört, zum Stillen beispielsweise. Meine Oma war begeistert, dass ich voll stille und hat bedauert, dass sie damals noch nicht den Wissensstand von heute hatten und deshalb sehr früh abgestillt hatte. Neulich wurde ich von einer sehr alten Dame in der Stadt angesprochen, die von der Bauchtrage (und dem Knirps darin) sehr begeistert war, mit den Worten: “Ach, das wäre bestimmt viel einfacher für uns gewesen, aber sowas gab es ja bei uns damals nicht, da sollten die Kinder immer nur liegen!”. Die Beispiele sind endlos. Was ich damit eigentlich sagen will: während mancher hier und heute bedauert, dass wir es nicht mehr so “einfach” haben, weil wir so viele unterschiedliche Meinungen und Ansichten kennen, bedauern durchaus auch Eltern aus früheren Generationen, dass sie genau das alles nicht hatten.

Und es mag sein, dass sich manche heute überhaupt nicht an ihre eigenen Mütter wenden. Aber auch das gab es meiner Ansicht nach schon, so lange es Familien gibt. Nicht jeder kann gleich gut mit den Meinungen seiner Eltern. Frau ami bringt das Beispiel, dass es das “früher nicht gegeben hätte”, dass ein Kind sich im Supermarkt zornig auf den Boden wirft. Abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass die Kinder früher alle trotzfreie Engel waren – in den meisten Fällen hätte sich diese Situation vor 50 Jahren eben vielleicht in einer ordentlichen Backpfeife und einem ängstlich gehorchenden Kind gelöst. Aber da viele Eltern auch ohne Nachfragen bei Mama wissen, dass sie genau das nicht wollen, fragen sie eben gar nicht mehr. Und nicht nur das Wissen, das wir aus Ratgebern und Wissenschaft beziehen, lässt uns anders denken. So mancher ist auch unglücklich damit, wie er selbst groß wurde. Groß geworden? Klar, sind wir alle. Aber glücklich groß geworden eben doch nicht jeder. Manchem, nein sogar den meisten mag es nicht geschadet haben, aber andere kämpfen noch nach Jahrzehnten mit therapeutischer Hilfe mit den Folgen. Mal sind es Kleinigkeiten, mal nicht. Schon allein da wird klar, dass die eigenen Eltern nicht immer der logische Ansprechpartner für Erziehungsfragen sind.

Das alles heißt natürlich nicht, dass alles falsch ist, was unsere Eltern und auch die Generationen davor gemacht haben. Aber auch nicht alles richtig. Bestimmt schadet es keinem Kind, wenn Großeltern mit dem Kind anders umgehen als Eltern – das ist immer so, bei jeder Betreuungsperson (das Beispiel mit den Süßigkeiten bei Oma). Und doch kann man meiner Meinung nach auch hier Grenzen ziehen, die klar kommuniziert werden sollten, selbst wenn sie nicht verstanden werden. Ich beispielsweise habe als Säugling drei Tage Galle gespuckt, weil meine Großeltern der Ansicht waren, dass die Sache mit der Milchallergie moderner Quatsch ist und Kinder nun mal Kuhmilch brauchen. Ebensowenig soll das heißen, dass Mütter sich früher weniger Mühe gegeben hätten oder ihre Kinder weniger geliebt hätten – bestimmt nicht. Ich bin überzeugt davon, dass Mütter heute wie damals immer das Beste für ihr Kind wollen. Alles hat zwei Seiten. Es sollte doch eigentlich nie falsch sein, sich Gedanken zu machen darüber, was nun gut war und was schlecht, an seiner eigenen Kindheit und an den Erfahrungen anderer Eltern. Falsch wäre aus meiner Sicht nur, wenn man alle Erfahrungen früherer Generationen ohne jedes Nachdenken ablehnt oder wenn man diese Erfahrungen ohne jedes Nachdenken als perfekt hinstellt. Alles dazwischen halte ich für gut. Denn ob man nun seine Mutter um Rat bittet und was man daraus macht, das kann glücklicherweise auch heute noch jeder ganz für sich entscheiden. Nur ist man eben nicht mehr ausschließlich auf diesen Rat angewiesen – und das empfinde ich als Bereicherung, nicht als Fluch.

8 Gedanken zu “Der Rat der Altvorderen

  1. Mir ging es auch eher um die Überinformation heute. Information ist gut, aber es ist heute einfach zu viel. Eltern werden verunsichert, weil die Einen das sagen, die Anderen wieder etwas vollkommen Anderes. Für viele ist der Kinderarzt und die Ratgeber im Schrank die Erfüllung in Sachen Kindererziehung. Warum auf den eigenen Instinkt hören, wenn es einfach nachzulesen ist?

    Okay, das klingt sehr drastisch und vielleicht bin ich einfach nur empfänglich für solche Themen.Ich möchte mit meiner Meinung auch keinem zu nahe treten, denn ich bin immer noch der Ansicht: Es soll jeder so machen wie er will!

    Ich lese ab und zu mal in einen großen Familienforum und wenn ich Sachen lese wie: “Mein Mann hat der Kleinen (10Mon) einen Löffel Joghurt gegeben, ist das gefährlich wegen der Kuhmilch?” oder “Ich möchte meinen Sohn (13Mon) endlich abstillen, aber die WHO sagt…” und so Sachen wie “Ich habe mein Kind (7Mon) einige Minuten schreien lassen müssen, da ich auf Toilette saß. Schadet das jetzt der Mutter-Kind-Bindung? Ich habe da sowas gelesen…”
    Und nein, das sind keine fiktiven Themen. Das sind Themen, die ich jeden Tag lese und wo ich mich frage, wo da der mütterliche Verstand aufhört und die Überinformation anfängt.
    Einige (und das ist kein Witz) müssen auch erstmal in diesen besagten Foren posten, weil ihr Kind nicht zu der normalen Zeit schläft oder mal länger als 20min schreit anstatt sich auf das Kind einzustellen und es einfach mal machen zu lassen.

    Solche Gedanken hätte sich “früher” sicher keiner gemacht.
    Bei Sidney (Und das ist erst knapp 6Jahre her!!!) gab es solche Diskusionen auch nicht. Da hatte ich nur den Rat meiner Mama und sie hatte damals nichtmal den ihrer Mutter. Es wurde so gemacht (Zumindest bei mir vor 26Jahren) wie man es im Gefühl hatte und wie es dem Kind am besten gepasst hat. Vielleicht nicht immer richtig, aber nach Gefühl. Wenn meine Ma und ich uns heute über meine Babyzeit unterhalten, da würden Andere sicher die Hände üb er dem Kopf zusammenschlagen und sich wundern, warum ich überhaupt gerade stehen kann.

    Wie auch immer. Der Beitrag gefällt mir trotdzem und sorry für den langen Kommentar. Er könnte noch länger werden, aber dann müsste ich wieder per neuen Blogeintrag antworten ;)

    • Das mit der Überinformation stimmt natürlich in gewisser Weise und ist ein relativ neues Phänomen. Da hilft nur, zu lernen, Informationen zu sortieren und zu bewerten und genau das auch unseren Kindern beizubringen. Aber ich halte es für einen Schritt in die falsche Richtung, als Reaktion dann einfach gar nichts mehr zu lesen und wissen zu wollen.

      Und wenn Du schreibst, “solche Gedanken” hätte sich früher keiner gemacht: genau das bezweifle ich. Ich weiss wie gesagt aus erster Hand von “alten” Müttern, dass sie sich damals eben genau solche Gedanken in grün gemacht haben. Da war dann die Frage eben nicht, ob es schadet, dass Kind einmal schreien zu lassen, sondern ob es schadet, wenn man es doch einmal schreiend zu sich genommen und getröstet hat. Ob das Kind nun zum verzogenen Biest wird? Oder die Frage war nicht, ob man nun trotz WHO-Empfehlung nach 13 Monaten abstillen kann, sondern stattdessen war die verzweifelte Frage eben, was man jetzt tun soll, wenn das Kind mit 3 Monaten den Karottenbrei nicht nimmt – wo doch der Arzt gemeint hat, man soll auf keinen Fall länger stillen. Auch das (und das Familienbettbeispiel meiner Mutter oben) sind originale Fragen. Die Fragen waren andere, aber die Selbstzweifel der Mütter und die Beschäftigung damit waren meiner Ansicht nach eben dieselbe. Ich glaube, dass da vieles verzerrt wird, wenn man nun sagt, früher hätte es solche Fragen und Zweifel gar nicht gegeben. Manche Mütter hatten eben mehr Fragen und andere weniger, manche waren verunsichert und andere nicht. Genau wie heute.

      Ach, und: ich habe gar nichts gegen lange Kommentare, nur zu :)

      • Okay, das stimmt. Die Fragen waren sicher Andere. Nur was wäre wohl damals (Ich sag mal so vor 60Jahren!?) gewesen, wenn Frau XY zu ihrer Nachbarin gesagt hätte, dass sie gern das Kind bei sich im Bett hat!? Sowas wurde doch sicherlich totgeschwiegen und im stillen Kämmerlein mit sich ausgemacht.
        Heute muss man ellenlange Diskusionen über Pro und Contra Familienbett führen. Und mit jeder Diskusion bekommt man neue Info`s, die noch mehr verunsichern können.
        Darum war es meiner Meinung nach einfacher. Es wurde nun so gemacht und Punkt. Schön ist es aus heutiger Sicht allerdings ganz bestimmt nicht.

        Ich denke aber auch, es kommt stark drauf an, wie man (also wir selbst und Eltern, Großeltern etc) aufgewachsen ist. Wo man aufgewachsen ist, wie der Familienzusammenhalt war und so weiter.
        Ich wurde so erzogen, dass ich nach meinem Gefühl handeln soll. Für mich sortieren, was wichtig ist und was nicht. Dass ich eben Gefühle und Instinkte habe, die schon seit zig Jahren bei zig anderen Frauen funktioniert haben und die ja jetzt nicht falsch sein können. Ich hatte meistens den Rückhalt meiner Mutter und im Kopf die Erfahrungen der anderen Frauen aus der Familie.

        Jetzt habe ich vor lauter Puffer-Gemecker vergessen, was ich eigentlich sagen wollte. Verdammt -.-

        • Ich lasse mich zwar selbst auch gern zu Diskussionen zu jedem Thema hinreissen – muss mich aber auch selbst oft daran erinnern, dass jede Diskussion freiwillig ist. Eigentlich muss man am Ende nur vor sich selbst aufrecht stehen können, oder? (und natürlich vor anderen, die mitbetroffen sind, also Mann, Kinder..)

          Und ich denke, Du hast recht – es kommt sehr stark darauf an, welche Erfahrungen man in der Familie bisher gemacht hat. Aber eben deshalb ist es ja schön, dass man nicht auf die Familie angewiesen ist, aber sie doch gerne als Rückhalt nehmen kann, wenn das für einen selbst passt.
          (hihi, das kenne ich, dass ich vergesse, was ich schreiben wollte, wenn der Knirps meckert..)

  2. Von mir jetzt nur ein kurzer Kommentar: Ich finde es genial, dass man im Internet so ziemlich alles findet und dass man aus Blogs von anderen Müttern so viel mitnehmen kann für sich selbst. Ohne diese Informationsquelle kann ich mir mein Leben gar nicht mehr vorstellen, das ist auf jeden Fall eine enorme Bereicherung.

    Was ich selbst (auch aus Zeitgründen) meide, sind Mütterforen. Das geht mir irgendwie zu weit, das ist mir zu beschränkt auf ein Thema. Aber das sehen andere wieder anders, logisch.

    Ach ja, und diese Ratgeberbücher. Ich denke, da kann man durchaus zu viel lesen. Ich mag so was nicht. Das kann so locker und überzeugend und nett und was weiß ich alles geschrieben sein, aber die haben ihre eigenen Erfahrungen, ich habe mein Kind, meine Situation, und basta. Und manche gern gelesene Autoren haben ja noch nicht mal eigene Kinder gehabt – ich habe z. B. Jirina Prekop in natura erlebt, zwei ihrer Bücher gekauft und nicht zu Ende gelesen, weil die mir viel zu dogmatisch sind. Öh, brauch ich nicht.

    • Ich weiss nicht, ob man zu viel lesen kann. Ich sehe Ratgeberbücher und Blogs (und alles andere) da sehr ähnlich: wenn mir nicht passt, was da steht, dann lasse ich es eben links liegen. Gelesen, abgehakt, danke. Aber meist gibt es doch ein winziges Detail, das sich gelohnt hat. Und wenn es nur ist, dass ich dann weiß, dass ich das *so* nicht machen möchte :)
      (leider weiss man ja vor dem Lesen selten, was man gut findet und was nicht.)

      Mütterforen? Ohja. Kriegsschauplätze, manchmal. Ich war während der Schwangerschaft zwar in einem angemeldet und bin es immer noch, aber das wurde mir irgendwann auch zu blöd. Außerdem lese ich schon zu viele Blogs :)

  3. was fuer ein Eintrag … habe ich erst gestern [!] vom SVater vernommen ‘das Kind kann doch nicht dauernd Hunger haben’, dabei kennt er nicht den Umgang mit StillKindern, weil SMama beim ersten fuer vllt 2 WE gestillt hat, aber danach ging es nicht mehr wegen der StallArbeit und der HausArbeiten, so wurden die 5 Kinder mit der Flasche gross gezogen … nach dem Fläschen gings dann wieder ab ins Bett bis zur naechsten Fuetterung …
    SMama hat allerdings gegen ‘neumodisches’ eher eine Abneigung … weil sie es halt nie anders kennengelernt hat … SVater musste seine Eltern siezen und was seine Eltern gesagt haben, wurde auch gemacht … darunter hat SMama eigentlich gelitten …

    meine Mutter fand es mehr als schade, das ihre Mutter viel zu frueh verstorben ist … sie haette sie gerne vermutlich mehr als einmal um Rat gefragt … waehrend meine Oma, ihre Schwiegermutter sich mit Tips und Ratschlaegen mehr als zurueck gehalten hat …

    meine Mutter ist sehr neugierig was die Entwicklung des Kindes angeht und auch was das Stillen betrifft … sie soll laut Aussage der damaligen Hebamme nicht genug Milch gehabt haben und von daher hat sie uns ebenfalls mit der Flasche gross bekommen

    ich denke meine Mutter waere froh gewesen, wenn sie Ansprechpartner gehabt haette … waehrend meine Schwiegermutter nicht wirklich was zu sagen gehabt hatte, wobei das sicherlich auch an deren Erziehung liegen mag und daran, das sie zum SVater ins Elternhaus gezogen ist mit zwei Juffern und den Schwiegereltern
    waere sie vllt neugierig gewesen, so waere dies im Keim erstickt worden und so haelt sie in vielen Dingen an dem fest, wie sie es gelernt hat und wie es frueher immer war …

  4. Hach was für ein toller Text, so lang und so durchdacht. Ich mag das total, wie du schreibst, auch wenn man sich dafür wirklich Zeit nehmen sollte. So viel kann ich zu dem Thema noch nicht mit beisteuern aber grundsätzlich habe ich mich beim lesen deiner Zeilen nicken sehen und kann dir in vielen Dingen Recht geben. Natürlich hatten die Mütter auch früher, egal zu welcher Generation, Sorgen um ihre Kinder und deren richtige Erziehung. Nur dass früher noch ganz andere Faktoren mitspielten, die ebenfalls Zeit, Nerven und Kraft gekostet haben, ganz anders als heute. Den Luxus sich rein nur auf die Erziehung des Kindes zu beschränken und das 1-2-3 Jahre lang, den hatte die Frauen doch damals gar nicht. (gerade unsere Omas und Uromas) Ebenso haben sich diese Frauen damals doch noch gar nicht so mit ihrer eigenen Person und Gefühlen beschäftigt und ausgetauscht, wie es heute der Fall ist. So offen war man einfach nicht. Das heißt nicht, das die Gedanken im inneren nicht doch da waren und die Fragen und Zweifel, ob man wirklich auch alles richtig macht… Das sollte man auch alles mit bedenken… dennoch bin ich der Überzeugung, das auch schon damals jede Mutter nur das Beste für ihre Kinder wollte, auch mit einfachsten Mitteln.

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