Osterwochenende

So ein doppelt verlängertes Wochenende ist für uns, sonst mit 6-Tage-Arbeits-Woche, ja fast schon Urlaub. Selbst dann, wenn der Mann wie diesmal am Samstag trotzdem arbeitet. Wir hatten drei freie Tage und wenige Pläne.

Karfreitag wurde dann auch gleich einfach als Faulenztag auserkoren. Sicher, bei dem traumhaften Wetter wäre auch ein Ausflug keine schlechte Idee gewesen. Aber erst mal war Ausruhen fällig, besonders für mich Dauergähner. Also haben wir sämtliche Mahlzeiten im Garten eingenommen, der Mann war mit dem Knirps ein wenig draußen, und sonst – gar nichts eben.

Karsamstag war eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag für den Mann. Dann aber doch nicht, weil er schon früher fertig war und mittags bereits zuhause. Wir könnten doch schnell bei IKEA vorbeifahren und diese zwei, drei Kleinigkeiten besorgen, dachten wir uns. Das geht natürlich eigentlich gar nicht in einem Satz, IKEA und schnell. Spaß gemacht hat es trotzdem, weil wir eben gar nichts dringendes gebraucht haben. Statt dessen durfte der Knirps ohne Zeitdruck spielen gehen, wir haben Mandelkuchen und Pommes gegessen, ein Teilchen endlich umgetauscht und der Knirps sein Geburtstagsgeschenk abgeholt. Außerdem sind wir nun im Besitz von Kaffeebechern in drei Farben (weil wir uns nicht für eine entscheiden konnten) und ich habe meine ersten Kunstpflanzen gekauft (wir nennen das: der Realität ins Auge sehen). Alles sehr hübsch. Der Tag war damit vorbei und das geplante Eiermalen wurde auf Montag verschoben, der Knirps ist da nicht so.

Der Ostersonntag war so traumhaft, dass es kaum zu glauben ist. Den gesamten Tag haben wir im weitläufigen Großeltern-Garten verbracht. Zum Frühstück mit Pfannkuchen verwöhnt, später ein wenig Käse und Tomaten und Erdbeeren geknabbert, nachmittags endlich die Eisdiele ausprobiert und abends noch mit Spargel und Grillfleisch versorgt. Der Knirps hat dagegen Frühstück und Mittagessen einfach durch Omas Schokoladeneier ersetzt, nachdem er das mit dem Eiersuchen kapiert hatte. (Ja, das war viel Schokolade, aber ich bin optimistisch, dass er das überleben wird.) Überhaupt war der Knirps im siebten Kinderhimmel: Großeltern und Tantenonkel, die ihm ständige Aufmerksamkeit sicherstellten; ein wirklicher Traum von einem Garten, so einer mit alten riesigen Bäumen und ganz viel Platz und versteckten Ecken, so dass er den ganzen Tag in Bewegung war; ein neuer Sandkasten und jede Menge selten gesehenes Oma-Spielzeug; dazu noch die Schokolade und das Eis. Und wir Eltern waren nicht wirklich schlechter dran, bestand doch unsere Aufgabe hauptsächlich darin, ebenfalls zu essen, in der Sonne zu liegen und gar nichts zu tun. Der Knirps jedenfalls brauchte uns nicht. Ich sag ja: traumhaft.

(So einen Tag lassen wir uns auch nicht davon verderben, dass der Knirps wie üblich nach fehlendem Mittagsschlaf und so vielen spannenden Eindrücken eine denkbar schlechte Nacht hatte, seinen Schoko-Brand mit drei vollen Bechern Wasser löschen musste und etwa fünfzehn mal weinend oder brabbelnd aus dem Schlaf schreckte. Nein, das übergehen wir jetzt einfach.)

Weil also der Sonntag schon so spannend war, wird der Ostermontag doch etwas ruhiger. Eigentlich war ein Ausflug ins Freilichtmuseum oder wenigstens an einen See geplant. Statt dessen haben wir spät gefrühstückt, die beiden Männer schlafen jetzt, ich verschwinde gleich wieder in den Garten und für heute abend gibt es entweder auf der eigenen Wiese oder irgendwo nicht weit weg ein kleines Picknick. Der Knirps ist sowieso gerade glücklich, weil er die Wanderkraxe wieder entdeckt hat, die er noch im letzten Sommer eher verschmäht hat – er saß den halben Vormittag angegurtet im Tragegestell und hat dort gespielt. Sonst, schon wieder, gar nichts. Ist aber sehr schön so. Und vielleicht malen wir sogar heute nachmittag noch ein paar Eier bunt an. Schließlich ist ja Ostern.

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