Wochenbettabschluß

Zwuckelina: 6 Wochen

Knirps: 2 Jahre, 9 Monate und 13 Tage

So ganz funktioniert das mit dem geplant häufigeren Bloggen noch nicht. Zwar sitze ich wirklich oft stillend hier am PC, aber einhändig längere Texte möchte ich mir doch nicht antun. (140 Zeichen zwitschern geht gerade noch ohne Fingerkrampf.) Zeiten, in denen ich beide Hände zur Verfügung habe, sind dank gewohnt nähebedürftigem Zwuckelkind eher selten und werden gerne auch zum beidhändig essen, duschen, für diverse Kinder-/Eltern-/Mutterschutz-Geld-Anträge oder für hochwichtige Duplobauten und Knirpskuscheleien genutzt. Und dem Tragetuch ist das Zwuckelmädchen alles andere als abgeneigt, aber doch am liebsten dann, wenn jemand mit ihr auf- und abgeht. (So. Genug entschuldigt.)

Jedenfalls: uns geht es gut. Sogar sehr gut, verglichen mit dem Knirpswochenbett geradezu berauschend gut. Nach knapp vier Wochen durften wir die Nachsorgehebamme verabschieden, weil es hier einfach nichts mehr für sie zu tun gab. Mein Wochenfluss hatte sich nach den Medikamenten irgendwann normalisiert, die Zwuckelina nahm trotz aberwitzig kurzer Stillzeiten mehr als ordentlich zu (ich sage nur: 1,3kg zwischen Krankenhausentlassung und U3 mit 5 Wochen), mein kleiner Dammriss war längst verheilt, der Zwuckelnabel ebenfalls. Auch meine Psyche hat sich – das sage ich mit einem hoffnungsvollen dreifachen Klopfen gegen meinen sturen Holzschädel – stabilisiert. Die unruhigen Abende verschwanden irgendwann; dann folgten einige Wochen, in denen es mehr graue, antriebslose, düstere Tage gab, als es sein sollten, aber auch das legte sich, bevor wir weitere Maßnahmen ergreifen konnten. Meine Symphyse hat sich beruhigt und lässt mich wieder so gut wie schmerzfrei gehen, und das allerletzte geburtsbedingte Wehwehchen verheilt auch gerade noch.

Das Zwuckelmädchen ist also gerade mal sechs Wochen alt und ich fühle mich zu 90% blendend. Daran hat ganz sicher der Mann seinen Anteil, der noch weitere drei Wochen hier sein wird, bevor wir uns an einen Arbeitsalltag ohne ihn gewöhnen müssen. Schon sehr praktisch, wenn auf zwei kleine Kinder wenigstens anfangs auch zwei Erwachsene kommen. Ansonsten ist hier bisher nicht viel passiert. Wir vier faulenzen so vor uns hin, könnte man sagen. Wir stehen auf, wenn wir ausgeschlafen haben, essen, wenn wir gerade hungrig sind und gehen schlafen, wenn wir müde sind. Dazwischen gibt es viel Vorlesen, Spielen, Kochen, Weihnachtsgeschenkplanungen, und den ein oder anderen Ausflug in die Welt da draußen zum Einkaufen, in Restaurants, auf den Spielplatz. Keine Zeiten, so gut wie keine Verpflichtungen, kein Stress. Und die Zwuckelina macht sich einen Ruf als unkompliziertes Baby und ist einfach immer auf einem unserer Arme dabei, ob Tag oder Nacht. Mehr scheint sie nicht zu brauchen.

Natürlich ist es wie immer, wenn ich viel zu lange nicht gebloggt habe: es gäbe so vieles zu erzählen. Vom Zwuckelmädchen, das sich mit fünf Wochen bereits den zweiten richtigen, grünschnodderigen Schnupfen eingefangen hat – offenbar das Los der Zweitkinder, die überall hin mitgeschleppt werden. Von Geschwistern. Geschwister sind so toll! Ich könnte den ganzen Tag hier sitzen und dem Knirps dabei zusehen, wie er stolzer großer Bruder ist. Davon, dass der Mann und ich noch nie so lange am Stück so gut wie immer zusammen waren und wie schön das ist. Von den riesigen Unterschieden zwischen den beiden Geburten und den beiden Wochenbettzeiten. Vom Knirps und seinen Spielen. Vom Knirps und seinem Rest Eifersucht, der immer noch dann ausbricht, wenn er müde ist und der Mann die Zwuckelina auf den Arm nimmt, und davon, wie der schon so große Knirps diese Situationen manchmal ganz überraschend selber auflöst. Von der Zwuckelina, die jetzt lächeln gelernt hat und uns mit weit aufgerissenen Augen und freudigem enggggg den ganzen Tag anlacht – wenn sie nicht gerade schläft, was viel öfter vorkommt, genau genommen immer noch etwa 17-20 Stunden am Tag. Von den Nächten im großen Familienbett, die so entspannt sind und davon, dass wir tatsächlich fast immer ausgeschlafen sind.

Manches davon werde ich vielleicht noch schreiben, und anderes wird unter den Tisch fallen, wie es eben gerade kommt. Aber wir sind auf jeden Fall noch hier irgendwo.

Noch drei Wochen bis zum Alltag. Und die werden wir genießen.

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8 Gedanken zu “Wochenbettabschluß

  1. beerenmama

    Oh, das hört sich alles wunderbar an. Toll, das alles so gut läuft. Alles Liebe für die nächsten drei Wochen und die darauffolgende Zeit! Viele Grüße Beerenmama (PS: hier übrigens auch schon diverse Erkrankungen durchgestanden, scheint so zu stimmen mit dem Los der Zweitkinder :-))

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  2. septemberherz

    Ich finde das klingt wirklich richtig schön und entspannt. Hach, wie toll, dass es so gut läuft, auch dass der Knirps so ein toller großer Bruder zu sein scheint :)
    Herzensgrüße

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  3. llewella

    Oh, das hört sich doch prima an! Genieß die Zeit – Bloggen ist nicht so wichtig (auch wenn ich zugebe, dass ich in der letzten Zeit oft auf einen Artikel von Dir gewartet haben).

    Das mit dem großen Bruder, der das kleine Schwesterchen gaaaanz klasse findet, erlebe ich hier auch tagtäglich. Andert sich spätestens, wenn das kleine Schwesterchen anfängt, die Spielsachen zu klauen *lächel*. Aber schön ist es, unendlich!

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  4. yenofa

    Hach, das liest sich richtig schön. Ich hoffe, Ihr habt noch drei wundervolle Wochen, und auch danach wird es sicherlich schön weitergehen. Toll, dass der Knirps so ein klasse großer Bruder ist, davon würde ich gerne mehr lesen (aber erst, wenn es bei Dir reinpasst, so wichtig ist bloggen wirklich nicht).

    Antwort

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