Ich gestehe: bisher war ich nicht so sehr der Weihnachtsbäcker. Zwar mag ich das Endergebnis, und eigentlich mag ich auch die ganze Backatmosphäre und den Duft und die Blechdosen mit den frischen Plätzchen, aber in meinem üblichen Planungschaos hatte ich es in den meisten Jahren nicht rechtzeitig zum Backen geschafft. Und wenn ich dann zwischen den Jahren genug Zeit und Laune zum backen hatte, dann waren Oblaten, gemahlene Mandeln und ähnliches längst ausverkauft. Außerdem wollte dann außer mir keiner mehr das Zeug essen. Wer zu spät kommt…
Vermutlich habe ich das von zuhause geerbt. Bei uns wurde viel gekocht und viel gebacken, aber Weihnachtsplätzchen (oder besser, in unserem Fall: Bretle) eher selten. Damit wurden wir ausreichend von meiner Oma eingedeckt. Das ist so eine Henne-Ei-Sache: ich weiß nicht, ob meine Oma so viel gebacken hat, weil sie uns Backverweigerer mitversorgen wollte, oder ob meine Eltern das Selbstbacken einfach aufgegeben hatten, weil von meiner Oma so viel kam. Tatsache ist, dass die Adventszeit für mich untrennbar mit den gestapelten, randvollen Blechdosen im kühlen Abstellzimmer meiner Großeltern verbunden ist, aus denen wir uns bei jedem Besuch bedienen durften. Es gab jedes Jahr die gleichen Sorten: Butterplätzchen, Zimtsterne, Zitronenmonde, Spitzbuben, Kokosmakronen, Springerle, Spritzgebäck. Und wir Kinder waren natürlich dabei. Die alte Balkenwaage und das Mehlsieb, das große Holzbrett zum Ausstechen und das kleine Kindernudelholz. Meine Lieblingssorten wechselten langsam mit dem Alter: als Kind liebte ich die Spritzbuchstaben mit dem schokoladigen Ende und Kokosmakronen, später waren mir die Zitronenmonde das liebste, und heute würde ich viel für die Springerle geben. In den letzten Jahren hat meine Oma, mittlerweile über 90, nicht mehr alle Sorten gebacken, die alten Hände wollen nicht mehr wie früher. Das bedeutet also: wir müssen jetzt selbst ran. So ein wenig erinnerungstauglichen Adventszauber will ich für unsere Kinder ja auch schaffen oder wenigstens so tun als ob.
Letzte Woche hat meine Schwiegermutter den Anfang gemacht und mit dem Knirps sehr geduldig Butterplätzchen ausgestochen. Es sind sogar noch welche übrig, vor allem verzierte. Das anmalen fand der Knirps nämlich lustig, aber zum Essen hätte er doch gerne welche ohne Zucker und Schokolade drauf. Gestern dann habe ich mich an die ersten Elisenlebkuchen meines Lebens gewagt, und zwar nach diesem Rezept. (Tips: 350gr Zucker auf 5 Eier sind noch sehr reichlich; der Teig lief fast gar nicht, also bis zum Oblatenrand verteilen; fertig gemischtes Lebkuchengewürz plus etwas Zimt ist auch lecker.)
Zwar musste im letzten Moment noch Orangeat nachgekauft werden, weil sich die extra besorgte Packung in dieses tiefe schwarze Loch in unserer Wohnung verzogen hat, wo unter anderem auch das Babyphon-Handteil, ein Fahrradschlüssel und sämtliche Weihnachtsdosen liegen müssen, aber das konnte mich dann auch nicht mehr aufhalten. Genauso wenig wie der Mixer, der beim Kleinhacken von Orangeat und Zitronat bedenklich stinkende Wölkchen von sich gab und seither von mir vorsichtshalber ignoriert wird. Für ungeduldige Zweijährige ist das Rezept abgesehen vom Teig mixen auch nur bedingt geeignet – aber das Ergebnis ist grandios. Ich kann nie wieder gekaufte Lebkuchen essen, befürchte ich. Und ich bezweifle, dass unser kleiner Vorrat es noch bis zum Verzieren schafft und kaufe schon mal Lebkuchengewürz nach.
Für die nächsten Wochen sind dann mindestens noch Zimtsterne nach Omas Rezept dran. Und Springerle, nachdem ich letztes Jahr endlich meinen eigenen Springerle-Model aus der Heimat importiert habe. Eventuell noch Spitzbuben, damit der Knirps ordentlich mit Marmelade mantschen bestreichen kann – aber ich will mir ja nicht schon wieder zu viel vornehmen.
Und was backt ihr so?



nun
Schwiegermutter hatte neulich in einer dieser Zeitschriften das Lieblingsgebäck der Königshäuser drin … und das wird wohl einen Plätzchen-Back-Session geben
ansonsten: Spritzgebäck macht uns immer meine Mutter und wir backen so 2 – 4 Sorten, die allerdings nicht wirklich festgelegt sind und Schwiegermutter macht bestimmt wieder ihre 25 Sorten
Bei uns backt die Schwiegermama auch immer irre viel! Spritzgebäck, Marmeladenplätzchen, Kokosmakronen, Butterplätzchen… es bleiben nie Wünsche offen
Wir selber backen dann immer Butterplätzchen, wie ich sie als Kindheitserinnerung von zuhause kenne. Mir läuft grad schon das Wasser im Mund zusammen
Bei mir läuft es ähnlich wei bei Dir … ich fang immer viel zu spät an mit dem Backen

Den Mittelpunkt unserer Plätzchen bilden immer die Honiglebkuchen. Die habe ich vor einiger Zeit auch schon gebacken, denn die brauchen ne Weile bis sie weich werden. Junior hat auch mit “ausgestochen” – wie halt ein Zweieinhalbjähriger das so macht. Begeistert, aber ineffektiv. Dafür brauchte es hernach kein Mittagessen mehr
Ansonsten mache ich jedes Jahr anderes drum herum. Manchmal noch Spritzgebäck, Makronchen verschiendster Art oder Butterplätzchen. Ob ich heuer noch dazu komme, weiß ich nicht…
kolatschen. KOLATSCHEN!!! ich fürchte nur, der blümel darf davon nichts probieren, denn sonst bleibt für uns grossen noch weniger – bisher hat er immer alles sofort zur neuen leibspeise erkoren.
auf jeden fall werden wir dies jahr ganz normale mürbeteigplätzchen backen (ich, die backnull, HAHAHA!!) und gerade sind mir wieder die lustigen bonbon-lebkuchen von frau frischebrise eingefallen, die sich auch ganz wunderbar am weihnachtsbaum machen!