Jedes Jahr verkauft ein bekannter Kaffeeröster Gutscheine für Fotobücher. Ziemlich unschlagbare Gutscheine, wie ich finde – für knapp 30 EUR kann man sich ein Buch mit Hardcover-Einband und bis zu 100 Seiten basteln.
Ende 2010 kam ich also auf die Idee, den Großeltern und Urgroßeltern vom Knirps jeweils ein selbstgestaltetes Buch zu Weihnachten zu schenken. Bis auf eine Ausnahme leben die nämlich viele hundert Kilometer weit entfernt und sehen daher ihre Enkel und Urenkel ziemlich selten. Zweimal Großeltern, dreimal Urgroßeltern, macht fünf Bücher, die ich schnell noch vor dem Fest ausarbeiten wollte. Sollte ja nicht zu lange dauern, wenn man sich auf ein Buch für alle beschränkt.
Weil das Angebot so verlockend war, kaufte ich noch drei Gutscheine mehr. Für Urlaubsfotobücher. Oder Familienjahrbücher. Irgendwas würde mir schon einfallen, denn hey, 100 Seiten Fotos für 30 Euro! Die zig Gigabytes Digitalfotos sollten sowieso dringend mal wieder in handlichere Formate verpackt werden. (Kann ja auch keiner wissen, dass das Angebot jedes Jahr wieder kommt.)
Fristen und Termine sind nicht so meins, Weihnachten kommt auch jedes Jahr wieder sehr überraschend, also kam und ging Heiligabend ohne fertiges Fotobuch. Nicht schlimm, würde ich die Bücher eben kurz nach Weihnachten verschenken, das nimmt uns bestimmt keiner übel. Auch die nächsten Wochen kamen und gingen. Irgendwann beschloß ich, doch lieber Weihnachtsgeschenke für 2011 daraus zu machen, denn nachträgliche Geschenke im März werden irgendwann peinlich. Ein ganzes Jahr Zeit, das reicht locker!
Das Jahr kam und ging. Mittlerweile konnten wir Enkel bzw. Urenkel Nummer zwei präsentieren. Noch mehr Buchinhalt, noch weniger Zeit. Und da Stress und ausklingendes Wochenbett nicht zusammengehören, machten wir uns keinen und ließen Fotobücher Fotobücher sein. Weihnachten 2011 kam und ging.
Nun dürfen bereits bezahlte Gutscheine zwar nicht mehr verfallen, aber nach dem Ablaufdatum wird der Preis nur noch auf ein (wesentlich teureres) normales Buch angerechnet und gilt nicht mehr für die 100 Seiten, die ich so dringend brauche. Das Ablaufdatum ist der 29. Februar 2012. Was bedeutet: ich muss bis dahin acht Fotobücher gestalten.
Natürlich könnte ich die Bücher einfach über die automatischen Vorlagen zusammenwerfen. Bilder aussuchen, fünf mal klicken, Hintergrund wählen, fertig. Aber da wehrt sich mein Perfektionismus-Gen. Stattdessen lautet der Plan, eine eigene schicke Vorlage für alle unsere Jahrbücher zu entwerfen, die wichtigsten Ereignisse und Meilensteine dazu zu schreiben, und für die ältere Generation jeweils persönliche Bücher mit speziellen Bildern und Texten zu basteln (anstelle eines pauschalen OmaOpaUromaUropa-Buchs). Ich habe 30 Tage. Ich habe außerdem zwei kleine Kinder, eine chaotische Wohnung, einen dringenden Jobauftrag aus dem Büro und eine Aufgabenliste über geschätzte 3 DinA4-Seiten.
Nennen wir’s einfach ambitioniert.



Na dann, was bloggst Du hier noch? Auf auf! Immer ambitioniert ans Werk!
Ach, ach… ich habe auch vollkommen unterschätzt, in was für eine Arbeit das alljährliche Fotobuchgestalten zum Geburtstag der Mäusekinder ausartet, wenn es davon inzwischen drei gibt…!
(Im Moment ist gerade das für das Fräulein Maus in Arbeit. Danach kann ich dann gleich für den grossen Herrn Maus weitermachen. Und der kleine Herr Maus hat dann zum Glück erst ein halbes Jahr später wieder Geburtstag.)