Chornobyl 2003

Vor 13 Jahren verbrachte ich zwei Monate in der Ukraine, ein Auslandspraktikum über die Organisation IAESTE. Beworben hatte ich mich für Skandinavien oder England, angeboten wurde mir ein Platz in Kyiv, über den ich innerhalb von 30 Minuten entscheiden musste. Heute bin ich mir sicher, dass das ein großes Glück war. Ich erlebte die Ukraine in der Zeit vor der „Orangenen Revolution“ und hatte vermutlich in jeder Woche mehr horizonterweiternde Einblicke als in Westeuropa je möglich gewesen wären. Aber das alles ist eine andere Geschichte.

Unser Organisator vor Ort, ein junger Student, kündigte uns irgendwann einen Tagesausflug nach Chornobyl an. (Chernobyl/Tschernobyl ist der russische Name, Chornobyl/Tschornobyl der ukrainische.) Ich war irgendwas zwischen fasziniert und irritiert. Kann man die Sperrzone wirklich unbesorgt besuchen? Soll man das? Einige Besuche im Internetcafe später hatte ich herausgefunden, dass die Strahlung auf dem Reaktorgelände natürlich deutlich erhöht, aber für ein paar Stunden ebenso vertretbar ist wie beispielsweise ein Langstreckenflug. Und ich wusste, dass nichts so eindrucksvoll ist, wie Dinge mit eigenen Augen zu sehen – auch solche. Ich entschied mich dafür.

Spätestens auf dem Weg dorthin war ich mir sicher, dass die etwa zweistündige  Fahrt für uns gefährlicher war als die Strahlenexposition. Der Fahrer war zu spät gekommen und raste jetzt zum Ausgleich wie ein Beserker über Straßen, die mehr Schlagloch als Asphalt (wenn überhaupt Asphalt) waren, und der Boden unseres Minivans war so durchgerostet, dass man durch faustgroße Löcher auf die Straße schauen konnte.

Die Ukraine ist groß, überraschend groß sogar, und verglichen mit deutschen Verhältnissen dünn besiedelt. Fahrten durch ländliche Gegenden waren immer wie eine Zeitreise in ein früheres Jahrhundert- keine modernen Einrichtungen, nur Getreidefelder, Wälder, ab und zu Dörfer und Hühner und Frauen in Kopftüchern bei irgendwelchen Arbeiten.

Dann beginnt die äußere Sperrzone, 30km um den Reaktor. Passkontrolle, Autokontrolle, Genehmigungskontrolle und weiter. Die Gegend sieht eigentlich fast genauso aus wie vorher, nur hat hier unübersehbar die Natur sich das Land zurückgeholt. Wälder, dichte Blumenwiesen, meterhohe Gräser. Ohne das Wissen um die verstrahlte Sperrzone wäre es ein grünes Paradies. Dazwischen vereinzelte verlassene Dörfer, Storchennester, leere Bauernhöfe. Aber zu unserer Überraschung auch plötzlich kleine bewohnte Siedlungen, wo Wäsche an Leinen flattert, Hühner scharren und alte Paare plaudernd vor den Häusern sitzen wie überall sonst. Menschen, die damals entweder die Räumung des Gebiets ignoriert haben oder nach einiger Zeit einfach zurück in ihre Heimat gekehrt sind, einige hundert davon leben auch heute innerhalb der Sperrzone unter einfachsten Bedingungen.

10km vor dem Reaktor gibt es eine zweite Kontrolle, und dann taucht schon bald das Gelände des ehemaligen Kraftwerks auf. Es sieht unspektakulär aus, wie ein sehr in die Jahre gekommenes Kraftwerk eben. Über dem Haupteingang hängt eine große Anzeige, die die aktuelle Strahlendosis anzeigt. Hier, ein ganzes Stück weg vom „Unglücksreaktor“, hält sich die Strahlung in (relativen) Grenzen. Ein Mann in Uniform erwartet uns, der uns durch die Anlage führen wird. Wir sehen die Kontrollräume, die Kantine und ähnliches, wo überall 3 Jahre nach der Abschaltung des letzten Reaktorblocks noch gearbeitet wird. Unser Führer hält im Grunde eine Lobrede auf die ukrainische Kerntechnik, auf die Kraftwerkleistung, die Helfer damals, die Menschen, die heute noch in der Anlage arbeiten. Der Unfall wird zwar ebenfalls besprochen, aber derart nebensächlich und verharmlosend, dass man seine zuckenden Mundwinkel kaum unter Kontrolle halten kann. Fragen sind nicht vorgesehen. Wer schon mal Propaganda der ehemaligen Ostblockstaaten gehört hat, kann sich den Vortrag vielleicht ungefähr vorstellen. Offensichtlich ein Mann der alten Schule.

Danach werden wir auf die andere Seite des Gebäudes geführt. In einem Metallcontainer ist eine kleine Ausstellung mit (tatsächlich informativen) Infotafeln zu den Reaktorblöcken, zum Unfall und zum heutigen Zustand aufgebaut und durch eine große Fensterfront hat man nun aus einiger Entfernung direkten Blick auf den Sarkophag, die Hülle aus Stahl und Beton, die über dem havarierten Reaktorblock liegt. Über den Fenstern klickt wieder die große Dosimeteranzeige, der Wert hier ist um ein vielfaches höher als vorher am Eingang. Die Anzeige bringt ins Bewusstsein, wo man hier wirklich steht – fast noch mehr als der vergleichsweise harmlose Blick auf die Reaktorruine, die eben nur aussieht wie ein teilweise zerstörtes Gebäude.

Die Ausstellung wendet sich offensichtlich an westliche Besucher, das Thema ist hauptsächlich der damals schon marode Zustand des Sarkophags, die damit verbundenen Gefahren und die Tatsache, dass die Ukraine niemals in der Lage sein wird, die damals schon geplante stabilere Umhüllung auch nur ansatzweise aus eigener Kraft zu finanzieren. Die aufgestellte Spendenbox wirkt angesichts der erforderlichen Summen fast komisch. Heute wird an einem neuen Sarkophag gebaut, der 2017, 31 Jahre nach dem Unglück fertig gestellt sein soll und international finanziert wurde.

Zusammen mit den Führungen wird ein Mittagessen in der Kraftwerkskantine angeboten, aber wir verzichten dankend. So wertvoll der Besuch auch ist, wir wollen die Aufenthaltszeit in der Sperrzone nicht unnötig verlängern. Auf dem Programm steht jetzt aber noch Pripyat, die „Geisterstadt“, die nur wenige Kilometer von der Reaktoranlage entfernt liegt (näher als die Stadt Chornobyl) und erst am 27. April 1986 innerhalb weniger Stunden evakuiert wurde. Wir halten uns an die Sicherheitshinweise, bleiben auf den asphaltierten Straßen, betreten keine Häuser, um keinen radioaktiven Staub aufzuwirbeln und halten uns von Wasser fern. Viele Wege und Plätze sind längst überwachsen, in die Häuser ragen junge Bäume. Zwar kennt man natürlich verlassene Häuser von anderen Orten – aber hier fällt sofort auf, dass eben nichts mitgenommen, nichts ausgeräumt werden konnte. Es bleibt ein unwirkliches Gefühl, die Gefahr ist unsichtbar.

Bei der Ausfahrt aus der Sperrzone wird alles ausführlich kontrolliert. Das Auto wird nochmal durchsucht, die Reifen auf radioaktive Spuren getestet, und auch unsere Hände und Füße werden mit museumsreifem Gerät untersucht. Wir sind freigegeben und fahren zurück nach Kyiv, wo wir nachmittags das Tschernobyl-Museum besuchen.  Zwar herrschte auch hier reichlich ukrainischer Heldenmythos auf die Helfer der ersten Tage und Wochen nach der Katastrophe, aber das schien zum einen gerechtfertigt und zum anderen schien hier die Bearbeitung deutlich ehrlicher und schonungsloser zu sein als bei unserer Propagandaführung. Es gibt viele Fotos, Gedenktafeln, Kunstwerke, dazwischen Dinge wie fehlgebildete Tiere. Es lohnt sich, russisch zu können oder einen Übersetzer dabei zu haben – die Schaukästen sind voll von Zeitungsausschnitten, Briefen und Notizen, die von den Abläufen direkt nach dem Unfall berichten. Vieles ist aus heutiger Sicht unfassbar, etwa wie Menschen mit bloßen Händen stundenweise abwechselnd Aufräumarbeiten geleistet haben, oder wie langsam die wichtigen Informationen durchgesickert sind. Alles in allem eindrucksvoll bis heute, auch wenn ich mich kaum noch an Details erinnern kann. Ich weiß nicht, ob das Museum noch so steht, wie es vor 13 Jahren war, aber damals war es den Besuch unbedingt wert.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich Bilder aus der Sperrzone habe, ich weiß nicht mal mehr, ob wir fotografiert haben; vielleicht hatte ich keine Kamera dabei, vielleicht durften wir nicht fotografieren, vielleicht liegen sie auch nur in irgendeinem Karton im Keller. Sollte ich doch noch welche finden, werde ich sie hier anfügen. Ich kann außerdem nicht für kleinste Details garantieren, weil ich keine Notizen von damals habe und nur aus dem Gedächtnis berichte, aber der Besuch war insgesamt so eindrucksvoll, dass ich oft an die obigen Erlebnisse zurückdenke.

 

 

 

Rückenkrimi

MRT-Bilder einer Wirbelsäule

Mein Rücken schreibt seit einigen Wochen pausenlos am Drehbuch für einen Krimi. Der geht etwa so:

Am Anfang Idylle, etwa wie in einem bayrischen Tatort. Dorf, Zwiebelturmkirche, Reihenhausgarten, winterliche Felder und Wälder. Die gut gelaunte Familie plant einen IKEA-Ausflug und steigt fröhlich ins Auto.

Dann die erste dramatische Wendung: Frau steigt aus Auto, kann  mit dem rechten Fuß nicht mehr auftreten. Höllische Fersenschmerzen. Auch zehn Minuten später nicht. Auch nach dem Kaffeetrinken nicht. Die Szene, in der die Frau sich im Einkaufswagen vom Mann an Bilderrahmen und bunten Kerzen vorbei fahren lässt, wurde wieder gestrichen, war zu albern, statt dessen Großaufnahme auf hinkende, sehr leidende Frau mit zusammen gebissenen Zähnen.

Kurz darauf –  Rückenschmerzen. Schon hier ist unklar: gleicher Täter? Trittbrettfahrer?
Wie in jedem guten Krimi: erste, offensichtlich falsche, weil zu einfache Theorien kommen auf. Die Hausärztin tippt auf eine Achillessehnenentzündung und Rückenschmerzen durch Hinken, wundert sich aber selbst schon ein bisschen, dass gar nichts rot oder geschwollen ist. Empfiehlt 1 Woche schonen und Schmerzmittel.

1 Woche geschont, Schmerzen werden stärker, vor allem im Rücken. Theorie wird auf Wirbelsäule geändert. Man hat das Gefühl, jetzt auf der richtigen Fährte zu sein, aber noch weit davon entfernt, den Täter wirklich zu fassen. Physiotherapie, Schmerzmittel, Stufenlagerung, Spaziergänge.

Wie immer: während gerade alles nach Fortschritt aussieht, platzt mittenrein eine neue Tat. Fußheberschwäche und Zehenheberschwäche, sehr irritierend, wenn Körperteile nicht mehr tun, was man ihnen befiehlt. Verzweifelte Stimmung, Hintergrundmusik irgendwas mit schiefem Cello.

Die Tat scheint aber auch endlich ganz klar den Täter zu weisen. Schmerz an passender Stelle, Ausstrahlung, positives Lasègue-Zeichen, Heberschwäche. Eindeutig ein Bandscheibenproblem, irgendwo bei L5-S1. Neue Spezialisten werden zur endgültigen Aufklärung der Taten hinzugezogen.

An dieser Stelle schaut der Zuschauer auf die Uhr: wie lange noch bis zum Ende? Ist das schon die Auflösung oder nur eine fiese falsche Fährte? Aber der Krimiautor hat daraus einen rentablen Mehrteiler gemacht, ohne festgelegte Anzahl von Folgen. Lauter Cliffhanger, die gehen ungefähr so:

[wahlweise völlig klare oder unklare dramatische Verdachtsdiagnose]

Ich brauche einen Termin für ein MRT/eine Beurteilung beim Neurologen/beim Orthopäden.“

Aha, ja, wie sind Sie denn versichert? Kasse? Ahja. Da hätten wir was in 2018. Ah, nein, vielleicht auch im April. Wie, zu spät? Na gut. Dann kann ich Ihnen höchstens noch den Mittwoch geben, das wäre dann in 13 Tagen um halb 8 morgens an einem völlig absurden Ende der Stadt, wollen Sie den?“ (Natürlich will ich.)

Jedenfalls: da kam noch eine weitere Folge, deshalb war der völlig logische, todsichere Täter natürlich falsch. Hatte ein Alibi und die Spezialisten konnten ihn auch noch mit Beweisen entlasten, Bilder und so. Nerv ist unauffällig, Bandscheibe auch. Alle wieder auf Anfang, die Zuschauer wissen nicht recht, ob es jetzt langatmig oder spannend wird, aber eine schauen wir noch, klar.

Im idyllischen Dorf kehrt dank Corticoiden trotzdem sowas wie Ruhe ein, langsam finden alle zurück in den Alltag, der Schmerz zieht sich zurück, die Fußschwäche verschwindet, Muskelstärkung. Man zuckt ein wenig mit den Achseln, weil der Täter immer noch nicht gefunden wurde, aber so ist das wohl, heißt es am Gartenzaun, Hauptsache, es wird alles wie früher.

Genau dann schlägt er wieder zu. Beim ersten Versuch von wenigen Stunden auf dem Bürostuhl. Wie bei der ersten Tat, Fuß, Rücken, heulen vor Schmerzen. Nur nie in Sicherheit wiegen!

[erneuter Cliffhanger. „Sie können einen Notfalltermin haben, das wäre dann schon in 9 Tagen. Früher geht gar nichts.„]

Die Ermittler stehen wieder ganz am Anfang. Das ganze Dorf übt sich in Aktionismus, es werden weitere Spezialisten empfohlen und absurde Theorien getuschelt, eifrig Tipps gegeben und natürlich viel besorgt mit dem Kopf geschüttelt. Zwei Wünschelrutengänger, äh, Osteopathen werden auf Wunsch und Bezahlung des Bürgermeisters mit einbezogen, die sehr skeptische Hauptkommissarin verdreht die Augen, lässt sich aber darauf ein, schlimmer kann’s ja nicht werden. Einer der Osteopathen stellt sich als Mensch mit vernünftigen Täter-Theorien und interessanter Ausbildung heraus, der zweite erfüllt alle Klischees. Helfen kann zunächst keiner.  (Aber das ist eigentlich Stoff für ein eigenes Spin-Off, demnächst, versprochen.)

Jetzt wird auch in unwahrscheinlichste Richtungen gesucht, MRT vom Fuß,  Einlagen für den Senk-Spreiz-Fuß, Spritzen an irgendwelche Gelenke, Blutwerte. Ratlosigkeit und zunehmende Gereiztheit bei allen Charakteren. Es wird nochmal richtig spannend.

Cliffhanger. Nächste Folge am 16. März.

(In den kommenden Wochen wird sich entscheiden, ob der Krimi zum Kassenschlager wird oder ob in den Renzensionen später Dinge stehen werden wie „Täter war eigentlich von Anfang an klar, zu offensichtlich, langatmig“ oder „völlig unrealistische Wendung am Schluss, hat auch die ganze Vorgeschichte sinnlos  und widersprüchlich gemacht„.)

 

 

 

Bolognesefakten

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Letzten Samstag habe ich auf Zwuckelwunsch Spaghetti Bolognese gekocht, und beim Kochen überkam mich das sehr dringende Bedürfnis, einige wichtige Fakten zu meiner Bolognese bloggend festzuhalten. Jetzt kann man es natürlich seltsam finden, dass ich nach mehreren Jahren Blogabstinenz ausgerechnet über Bolognese schreiben möchte. Oder man kennt mich und versteht.

Also:

  1. Bolognesesauce ist einer der drei ganz großen Gründe, die mich seit Jahren vom Vegetariertum abhalten. Die anderen beiden sind Rindersteaks und Lachssushi, gleich danach vielleicht noch geräucherter Schinken. Zweifellos gibt es viele leckere Nudelsaucen ohne Fleisch, mit und ohne Gemüse, mit und ohne Tomaten. Ich habe auch nichts gegen Tofu, einige meiner liebsten Gerichte nutzen Tofu. Aber wenn jemand ernsthaft behauptet, keinen Unterschied zwischen einer Bolognese mit Rinderhack und egal welcher vegetarischen Alternative zu schmecken, dann hat der/diejenige entweder noch nie oder schon sehr lange keine echte Bolognese mehr gegessen. Und ja, da würde ich mich jederzeit auf einen Doppelblindtest einlassen und meinen linken Fuß darauf verwetten.
  2. An meine Bolognese muss Sellerie. Meistens nehme ich einfach ein Suppengemüse, weil ja auch noch eine Karotte dazu gehört und auch die gelegentliche Petersilienwurzel nicht schadet. Staudensellerie schmeckt andererseits noch ein bisschen besser, aber da den nur ich esse, habe ich dann jedesmal ein Paket Staudensellerie übrig. Also irgendein Sellerie, ganz fein gewürfelt. Natürlich könnte man die Bolognese ohne Sellerie kochen, aber dann schmeckt es eben einfach langweiliger. Ich kann nur wirklich dringend zu Sellerie raten.
  3. Ebenso: Rotwein. Natürlich kann man Bolognese ohne Rotwein kochen, aber abgesehen von der Anwesenheit trockener Alkoholiker fällt mir dafür kein akzeptabler Grund ein. Wer für und mit Kindern kocht und sich deshalb um den Alkohol sorgt, den verweise ich einfach an Frau Brüllen, die hat dazu einst alles gesagt. Da tut’s auch mal der relativ günstige in den kleinen 250ml-Flaschen, denn ich bin hier die einzige, die Alkohol trinkt und will nicht jedesmal unbedingt eine dreiviertel Flasche Wein trinken.
  4. Vermutlich ist meine Bolognesesauce kein Originalrezept, vielleicht sogar aus mir unbekanntem Grund ganz fürchterlich frevelhaft, aber sie schmeckt. Im Zweifelsfall nenne ich sie auch gerne „rote Hackfleischsauce nach Schusselart angelehnt an Sauce Bolognese“.
  5. Ich habe einmal unbedarft Vollkornspaghetti dazu gemacht, das ist ein sehr großer Fehler. Vollkornnudeln finde ich gar nicht schlecht, zu manchen Saucen sogar besser als andere, ich mag den nussigen Geschmack. Aber zu Bolognese geht nur die originale helle Variante, Hartweizenspaghetti, al dente.
  6. Die Sauce muss köcheln. Lange, gerne 1-2 Stunden auf niedriger Temperatur. Das musste ich ungeduldige Köchin mühsam lernen. Noch besser wird sie, wenn sie einmal zumindest teilweise abgekühlt war und dann wieder aufgekocht wird, unabhängig von der Standzeit. Für wissenschaftliche Erklärungen dazu wäre ich dankbar.
  7. Ich esse bei Spaghetti Bolognese immer zu viel. Keine Lernkurve ersichtlich.
  8. Theoretisch könnte man Reste gut einfrieren, praktisch löffle ich sie zum Frühstück.

Und jetzt noch mein Rezept:

  • 500 gr Rinderhackfleisch
  • 2 Dosen gehackte Tomaten
  • 1 Stück Sellerie oder zwei Stangen Staudensellerie
  • 1 große Karotte
  • 1 Zwiebel
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 125 ml Rotwein
  • italienische Kräuter, getrocknet (alternativ Provencekräuter)
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl zum anbraten

Zwiebel, Karotte, Sellerie, Knoblauch sehr klein würfeln. Alles in Olivenöl anbraten, bis es leicht bräunt. Hackfleisch dazugeben und weiter anbraten. Wenn auch das Fleisch bräunt, mit dem Rotwein ablöschen. Kurz einkochen lassen, dann die Dosentomaten, Kräuter und Gewürze nach Geschmack. Herd runterdrehen, köcheln lassen, siehe oben. Mit Spaghetti und frisch geriebenem Parmesan glücklich werden.